Grundinformationen über das Lausitzer Gebirge

... Das Lausitzer Gebirge habe ich vielleicht am liebsten. Zuerst war ich misstrauisch, sogar ironisch. Was sind das denn für Berge, wenn sie mit ihrer Höhe nicht einmal das Niveau der Böhmisch-mährischen Höhen erreichen? Bald begriff ich aber, dass es trotzdem wirkliche Berge, nur in einem etwas verkleinerten Massstabe sind. Ihre Gipfel ragen grossartig über die umgebende Landschaft, die Hänge der höchsten Berge sind mit Steinschutthalden bedeckt, aus den Wäldern steigen an vielen Stellen Felsengruppen, die einzelnen Kämme und ihre Gabelungen werden durch tiefe Tale getrennt. Und das alles ist in schöne, vielerorts noch die ursprünglichen Buchenbestände enthaltenden Wälder gebettet. Ich kenne keinen schöneren Ort als das Lausitzer Gebirge im Herbst.

(M. Sovadina, Jizerské a Lužické hory 6/1997)

Die Lausitzer und Zittauer Gebirge sind ein kleines Grenzgebirge, das an der Grenze zwischen Nordböhmen und Sachsen zwischen Děčín (Tetschen), Liberec (Reichenberg), Česká Lípa (Böhmisch Leipa) und Zittau liegt. Der tschechische Teil des Gebirges wird als Lužické hory (Lausitzer Gebirge) bezeichnet, während der deutsche Teil als Zittauer Gebirge bekannt ist.

Geologie

Geologisch bestehen die Berge überwiegend aus oberkreidezeitlichen Sandsteinen, die an der Nord- und Nordostseite durch eine markante Verwerfung, die Lausitzer Überschiebung, von den älteren Graniten des Lausitzer Plutons und den schwach umgewandelten paläozoischen Gesteinen des Jeschkenkristallins getrennt sind. Entlang dieser Verwerfung wurden ältere Gesteine vor dem Ende der Kreidezeit an die Oberfläche gehoben, wobei im Umfeld von Doubice (Daubitz) oder Kyjov (Khaa) auch kleine Schollen von Jurakalksteinen aus dem Untergrund mitgerissen wurden, die sonst nirgends in Böhmen vorkommen.
Im Tertiär drang Basalt- und Phonolithmagma aus den Tiefen der Erde durch Spalten in Graniten und Sandsteinen ein, durch deren Erstarrung zahlreiche unterirdische Lakolithen und Gänge, aber auch an die Oberfläche gedrückte Kuppen und flächenmäßig ausgedehntere Ergüsse entstanden. Im Zittauer Becken an der Nordseite des Gebirges lagerten sich Seesedimente mit Flözen minderwertiger Kohle (Lignit) ab, die später in der Umgebung von Hrádek nad Nisou (Grottau), Olbersdorf und Turów gefördert wurde.

Während des Quartärs wurden die weicheren Sandsteine allmählich erodiert, sodass die festeren Magmatite freigelegt und zu langgestreckten Rücken sowie ausgeprägten kegel- oder kuppelförmigen Bergen herauspräpariert wurden, die das charakteristische Relief des Gebirges bilden. In den Eiszeiten breitete sich von Norden her ein Inlandeis aus, das zur Zeit der maximalen Vereisung bis nach Jítrava (Deutsch Pankratz) vordrang, wo glaziofluviatile Kies-Sande mit Bruchstücken skandinavischer Gesteine und Feuersteine zurückblieben.
In der Umgebung von Mařenice (Groß Mergtal), Polesí (Finkendorf) und andernorts wurde in der Vergangenheit armes Eisenerz abgebaut, und bei Jiřetín pod Jedlovou (St. Georgental) wurden kleine Gänge von Kupfer-, Blei- und Zinksulfiden mit Silberbeimischung gefördert. Auf dem Vápenka (Kalkofen) bei Doubice (Daubitz) wurde Jurakalkstein abgebaut, und bei Skalice (Langenau), Prysk (Preschkau) oder Velenice (Wellnitz) gibt es bemerkenswerte unterirdische Sandsteinbrüche.

Berge und Gewässer

Obwohl die hiesigen Berge nicht sehr hoch sind, bilden sie eine bedeutende Klimascheide, die das Böhmische Becken von der nördlichen flachen Landschaft der Oberlausitz und des Schluckenauer Zipfels trennt. Der höchste Berg ist die Lausche / Luž (793 m), die direkt an der tschechisch-deutschen Grenze liegt, weitere bedeutende Gipfel sind der Pěnkavčí vrch (Finkenkoppe, 792 m), die Jedlová (Tannenberg, 776 m), der Klíč (Kleis, 759 m), der Hochwald / Hvozd (750 m) oder der Studenec (Kaltenberg, 737 m). Über 700 m hoch sind außerdem noch der Velký Buk (Großer Buchberg, 736 m), der Malý Buk (Kleiner Buchberg, 713 m), die Vyhlídka / Weberberg (711 m) und der Bouřný (Friedrichsberg, 703 m). Im Zittauer Gebirge sind neben der Lausche und dem Hochwald der Jonsberg (653 m), der Buchberg (652 m), der Töpfer (582 m), der Oybin (514 m) und der Breiteberg (510 m) die bedeutendsten Berge. In der Nähe der Lausitzer Überschiebung, insbesondere in der Umgebung von Oybin und Jonsdorf, bildeten sich zahlreiche Sandsteinfelsen und größere Felsenstädte.

Dank reichlicher Niederschläge ist das Gebirge relativ wasserreich. Hier entspringen das Flüsschen Kamenice mit ihrem Hauptzufluss Chřibská Kamenice (Kreibitzbach) sowie zahlreiche Zuflüsse der Ploučnice (Polzen), wie etwa die Sporka (Sporkabach), der Dobranovský potok (Dobernbach) und Boberský potok (Woberbach), die Svitávka (Zwittebach) mit dem Hamerský potok (Hammerbach) oder der Panenský potok (Jungfernbach) mit dem Heřmanický potok (Etschbach) und Kněžický potok (Erlenbach). Die Nordhänge des Gebirges werden bei Krásná Lípa (Schönlinde) von der Kirnitzsch / Křínice entwässert, die durch das Gebiet der Böhmisch-Sächsischen Schweiz in die Elbe fließt, und in der Umgebung von Jiřetín (St. Georgental) vom Lausur / Lužnička-Bach, der in Großschönau in die Mandau / Mandava mündet. Diese mündet in Zittau in die Lausitzer Neiße / Lužická Nisa, die hierher durch ein breites Tal von Liberec (Reichenberg) und Hrádek nad Nisou (Grpttau) fließt.
Über den Hauptkamm des Gebirges verläuft die bedeutende europäische Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee. Im zentralen Teil des Gebirges finden wir mehrere Waldteiche, wie etwa den Hraniční rybník (Waldsteiner Teich), Bělský rybník (Bielsteich), Malý und Velký Jedlovský rybník (Kleiner und Großer Tannteich) oder den Svorský rybník (Schillerteich); größere Wasserflächen befinden sich am Fuße der Berge. Auf der Südseite sind dies vor allem der Radvanecký rybník (Brettteich), Cvikovský rybník (Zwickauer Teich), Červený rybník (Rotteich) und zwei Kunratické rybníky (Kunnersdorfer Teiche), im Norden dann der Velký rybník (Bernsdorfer Teich) und Světlík (Lichtenteich) bei Horní Podluží (Obergrund). Kleine Wasserreservoirs gibt es bei Kyjov (Khaa) oder Naděje (Hoffnung), und wasserwirtschaftlich bedeutend ist die Talsperre bei Chřibská (Kreibitz). Erholungssuchend genutzt werden vor allem der Olbersdorfer See und der See Kristýna (Christinasee), die durch Flutung ehemaliger Kohlegruben entstanden sind.

Wälder

Wälder bedecken mehr als die Hälfte des Gebiets des Lausitzer und Zittauer Gebirges. Bis zur intensiven Besiedlung im 13. und 14. Jahrhundert waren die Berge von undurchdringlichem Grenzurswald bedeckt, in dem Buche und Tanne mit Beimischung von Fichte, Esche, Ahorn, Ulme und anderen Laubgehölzen überwogen. Mit dem Aufschwung der Glasmacherei ab dem 15. Jahrhundert wurden die ursprünglichen Wälder jedoch schrittweise abgeholzt und später durch Fichten- oder Kiefernmonokulturen ersetzt. Reste von Buchenwäldern erhielten sich nur in isolierten Inseln an abgelegenen Orten und auf den Berggipfeln. Heute kann man hier neben Fichten und Kiefern Rotbuchen, Berg- oder Spitzahorn, Eschen und gelegentlich Linden, Hainbuchen oder Ulmen sehen. An manchen Stellen wachsen auch Eichen; besonders bemerkenswert ist der geschützte Eichenwald auf dem Klíč (Kleis), der zu den am höchsten gelegenen Eichenwäldern in Böhmen gehört. Entlang der Bäche findet man stellenweise Eschen-Erlen-Auwälder.
In den 1970er und 1980er Jahren wurden die Wälder durch Industrieemissionen stark geschädigt, und obwohl sich die Luftreinheit in den 1990er Jahren verbesserte, sind die unnatürlichen Fichtenwälder weiterhin gefährdet und halten ungünstigen Witterungsbedingungen sowie Insektenschädlingen schlechter stand. Seit 2018 breitet sich der Borkenkäfer in ihnen erheblich aus.

Pflanzenwelt

In dem Gebiet finden wir eine Reihe typischer Pflanzenarten, von denen einige auch zu den gefährdeten Arten gehören. Botanisch interessante Lebensräume sind vor allem artenreiche Buchenwälder, die weiter unten an den Hängen in Bergahorn-Buchenwälder und Hangschuttwälder übergehen. In ihrem Unterwuchs kommen beispielsweise der Hohle Lerchensporn, das Ährige Christophskraut, Quirlblättrige und Zwiebel-Zahnwurz, das Wohlriechende Labkraut, das Ausdauernde Bingelkraut, die Türkenbund-Lilie, der Gefleckte Aronstab oder das Ausdauernde Silberblatt vor; stellenweise kann man auch dem Echten Seidelbast begegnen. Deutlich hervortretend sind auch der Rippenfarn, die Spitzblütige Binse, das Gegenblättrige Milzkraut, das Einblütige Perlgras, der Sumpf-Hornklee und die Hänge-Segge. In höheren Lagen kommen die Weiße Pestwurz, Echte Arnika, das Alpen-Hexenkraut, der Tannen-Bärlapp, der Siebenstern und die Quirlblättrige Weißwurz vor. Auf den Wiesen wachsen beispielsweise die Wiesen-Glockenblume, das Gewöhnliche Hornkraut, die Acker-Witwenblume und die Margerite; im Frühling findet man auch die Hohe Schlüsselblume. Feuchte Stellen besiedeln die Frühlings-Knotenblume, der Zweihäusige und Echte Baldrian, der Fieberklee, das Wald-Läusekraut, die Flatter-Binse und verschiedene Seggenarten. An einigen Stellen haben sogenannte Orchideenwiesen mit reichlichem Breitblättrigem und Fuchs' Knabenkraut überdauert, die selten vom Großen Zweiblatt und der Sumpf-Stendelwurz begleitet werden; einzigartig sind zudem die Pflanzengesellschaften der Feuchtgebiete und Moore mit dem Rundblättrigen Sonnautau, der Gewöhnlichen Moosbeere und dem Schmalblättrigen Wollgras. In lichten Wäldern und auf Lichtungen kommt der Rote Fingerhut reichlich vor, der sich von Westen her hierher ausgebreitet hat. Interessant ist das Vorkommen der Glazialrelikte Alpen-Aster, Gebirgs-Schnittlauch und Alpen-Wimperfarn, dessen Vorkommen in den letzten Jahren jedoch nicht bestätigt wurde. Vereinzelt kommen auch der Sumpfporst, die Alpen-Milchlattich oder der Taumel-Lolch vor. Eine Besonderheit ist das Vorkommen von Gametophyten des Hautfarns Prächtige Dünnfarn in Felsspalten.

Tierwelt

In der hiesigen Tierwelt überwiegen gewöhnliche Waldarten. Hier leben Rot- und Rehwildrudel, Wildschweine sind häufig, und in der Umgebung von Prysk (Preschkau) kann man gelegentlich künstlich angesiedelte Mufflons erblicken. Eine Besonderheit ist das Vorkommen von Gemsen, die Anfang des 20. Jahrhunderts aus den Alpen eingeführt und bei Jetřichovice im Gebiet Děčín ausgesetzt wurden, von wo aus sie sich in den westlichen Teil des Lausitzer Gebirges ausbreiteten und sich hier sehr gut akklimatisiert haben. In den letzten Jahren kommen hier auch Wölfe vor. Von den kleineren Säugetieren sind Baummarder und Steinmarder, Iltis, Dachs, Rotfuchs, Hermelin, Mauswiesel, Gelbhalsmaus, Waldspitzmaus und Siebenschläfer häufig; seltener sind Brandmaus und Haselmaus. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Vorkommen der Alpenspitzmaus auf der Lausche und der Jedlová (Tannenberg). In den Bächen kommen Wasserspitzmaus, Sumpfspitzmaus und Fischotter vor; in Höhlen und alten Stollen überwintern verschiedene Fledermausarten.

Unter den Vögeln sind besonders Schwarzstorch und Weißstorch auffällig; Wasserreservoirs werden von Graureiher und Kormoran besucht. Der gefährdete Wachtelkönig bewohnt Wiesen in der Umgebung von Chřibská (Kreibitz), Krásná Lípa (Schönlinde), Prácheň (Parchen) oder im Zittauer Gebirge, wo man ebenso Kiebitz und Braunkehlchen sehen kann. Im ehemaligen Tagebau Olbersdorf lebt das Schwarzkehlchen. Typische Vogelarten sind Fichtenkreuzschnabel, Hohltaube, Trauerschnäpper und Zwergschnäpper, Tannenhäher, Kleinspecht, Schwarzspecht und Grauspecht; an Gebirgsbäche gebunden ist die Wasseramsel, und stellenweise kommt der Eisvogel vor. In den Felsen nisten Kolkrabe, seltener auch Wanderfalke und Uhu; von den übrigen Eulen leben hier Sperlingskauz, Rauhfußkauz und Waldkauz. Von den Greifvögeln kann man Mäusebussard, Rauhfußbussard und Turmfalke erblicken, weniger häufig nisten hier Habicht oder Sperber. Während des Zuges werden Kornweihe, Rohrweihe, Rotmilan, Schwarzmilan, Wespenbussard und Fischadler beobachtet; in der Umgebung von Rybniště (Teichstatt) und Jablonné v Podještědí (Deutsch Gabel) nisten auch Seeadler und Kranich.
In den Bächen leben hauptsächlich Forellen, interessant ist das Vorkommen von Groppe oder Bachneunauge, und aus dem Vorland des Zittauer Gebirges wird auch der Schlammpeitzger gemeldet. Saubere Gewässer bewohnt der Edelkrebs, in der Mandau kommt die gefährdete Bachmuschel vor. Von den Amphibien leben hier Erdkröte, Grasfrosch, Teichmolch, Bergmolch und der seltenere Kammmolch; vereinzelt wurde auch der Feuersalamander nachgewiesen. An Wasserreservoirs im östlichen Teil des Gebirges kommt der Seefrosch vor, im nordwestlichen Teil der Teichfrosch und der Kleine Wasserfrosch. Seltener sind Knoblauchkröte oder Laubfrosch, und in den letzten Jahren breitet sich hier auch der Springfrosch aus. Von den Reptilien sind Blindschleiche, Zauneidechse, Waldeidechse, Ringelnatter und Kreuzotter häufig, seltener ist die Schlingnatter.

Von den Schmetterlingen kann man Schwalbenschwanz, Großen Eisvogel oder Großen Schillerfalter sehen; seltener sind Mädesüß-Perlmuttfalter, Vogelwicken-Bläuling und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Waldteiche und Moore werden von Moor-Libellenarten bewohnt, wie etwa der Arktischen Smaragdlibelle oder der Torf-Mosaikjungfer; bemerkenswert ist das Vorkommen der Nordische Moosjungfer; in sauberen Bächen ist die Zweigestreifte Quelljungfer häufig und an Quellbereichen die Gestreifte Quelljungfer. Im Vorland leben auch wärmeliebende Arten wie die Feuerlibelle, die Kleine Königslibelle und die Südliche Heidelibelle. Interessant sind die Gemeinschaften von Gebirgsspinnen- sowie Laufkäfer-, Kurzflügler- oder Bockkäferarten, die in den Blockhalden auf dem Studenec (Kaltenberg) oder auf dem Klíč (Kleis) leben; Aufmerksamkeit verdient auch das Vorkommen von Gebirgsameisenarten und der Moorameise bei Mařeničky.

Naturschutz

Das Lausitzer und das Zittauer Gebirge sind Landschaftsschutzgebiete, die auf deutscher Seite 1958 und in Böhmen 1976 ausgerufen wurden. Im Jahr 2008 wurde auf deutscher Seite zusätzlich der flächenmäßig noch größere Naturpark Zittauer Gebirge eingerichtet, der auch das geschützte Mandautal und die angrenzende Umgebung umfasst.
Die wertvollsten Standorte sind Teil kleinflächiger Schutzgebiete. Naturnahe Waldgesellschaften sind in den Reservaten Jezevčí vrch (Limberg), Spravedlnost (Irigtberg), Studený vrch (Kaltenberg) und Klíč (Kleis) geschützt; wertvoll ist auch das Reservat Vápenka (Kalkofen) auf den Jurakalksteinen bei Doubice (Daubitz). Marschnerova louka (Marschners Wiese) und Louka U Brodských (Brodský-Wiese) sind durch ein reichliches Vorkommen von Orchideengewächsen charakterisiert, aber man findet hier auch weitere gefährdete Arten. Geschützt ist auch der ungewöhnlich ausgedehnte Unterwuchs des Ausdauernden Silberblatts bei Líska (Hasel), das reiche Krokus-Vorkommen in Kytlice (Kittlitz), die Feuchtgebiete am Noldenteich, auf der Brazilka (Lausche Hochmoor) und das Moor in Mařeničky (Klein Mergtal). Interessante Pflanzen finden wir auch auf dem Pustý zámek (Wüstes Schloss) oder dem Zlatý vrch (Goldberg), die jedoch vor allem als schöne Beispiele für die säulenförmige Absonderung vulkanischer Gesteine bekannt sind. Geologisch bemerkenswert sind auch die Sandsteinfelsen Bílé kameny (Weiße Steine) oder die Ledová jeskyně (Eishöhle) auf dem Suchý vrch (Dürreberg).

Dicht hinter den Grenzen des Landschaftsschutzgebiets liegen noch die Vogelschutzgebiete Světlík (Lichtenteich) und Velký rybník (Bernsdorfer Teich) bei Rybniště (Teichstatt), die blumenreiche Wiese in Pekelský Důl (Höllengrund), der Berg Máják (Maiberg) mit einem reichen Lilienvorkommen, das romantische Pavlínino údolí (Paulinental) und die geologisch interessanten Naturdenkmäler Panská skála (Herrnhausfelsen) und Dutý kámen (Höhlstein). Auf beiden Seiten der Staatsgrenze ist der Berg Lausche / Luž geschützt, und besonderem Schutz erfreut sich auch die Jonsdorfer Felsenstadt. Von weiteren Standorten in der Zittauer Region sind die Feuchtgebiete bei Eichgraben, das Tal des Pochebachs mit den Pochewiesen, die Berge Jonsberg, Kleiner Töpfer, Ameisenberg, Hochwald / Hvozd oder Hainberg mit den Schluchten Schindellöcher und Dachslöcher wertvoll. Die Landschaft verzieren auch zahlreiche Naturdenkmäler unter den Bäumen, von denen die Eiben in Krompach (Krombach) und Lückendorf die bekanntesten sind.

Zum Schutz seltener Pflanzen und Tiere wurde ein Netz von Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung und Vogelschutzgebieten (Natura 2000) geschaffen. Eine vielfältige Mosaikstruktur von Waldgesellschaften ist in den Gebieten Studenec (Kaltenberg), Spravedlnost - Chřibská (Irigtberg - Kreibitz), Údolí Chřibské Kamenice (Kreibitzbachtal), Lužickohorské bučiny (Lausitzer Bergbuchenwälder), Klíč (Kleis), Jezevčí vrch (Limberg), Suchý vrch - Naděje (Dürreberg - Hoffnung), Hochlagen des Zittauer Gebirges und Böhmische Schweiz geschützt. Wertvoll ist die Umgebung der Wasserläufe Svitávka (Zwittebach) und Horní Kamenice (Ober Kamnitz); eine bedeutende Population des Bergmolchs befindet sich am Standort Prácheň - Zicht (Parchen - Zicht), und geschützt ist auch die Kolonie des Großen Mausohrs auf dem Dachboden der Kirche in Chřibská (Kreibitz). Ausgewiesen sind hier auch die Europäischen Vogelschutzgebiete Zittauer Gebirge und Elbsandsteingebirge, die hauptsächlich zum Schutz von Schwarzspecht, Wanderfalke, Uhu und Wachtelkönig ausgerufen wurden.

Eine nähere Bekanntschaft mit der Natur und den örtlichen Sehenswürdigkeiten bieten zahlreiche Lehrpfade. Zu den längsten unter ihnen gehört der Internationale Lehrpfad Lausitzer und Zittauer Gebirge im östlichen Teil des Gebirges; auf Waldekosysteme ist der Lehrpfad Umgebung von Studenec ausgerichtet, und mit der Geschichte sowie den Naturdenkmälern der Umgebung von Krásná Lípa (Schönlinde) macht Köglers Lehrpfad vertraut. Weniger anspruchsvoll ist der Bergbaulehrpfad durch das Milířka-Tal (Kohlhautal), der Forstlehrpfad Sokol (Falkenberg) oder der Lehrpfad unter dem Dymník (Rauchberg); einen kurzen Spaziergang bieten die Pfade auf der Brazilka (Lausche Hochmoor) und den Janské kameny (Johannissteine) bei Krompach (Krombach). Mit den Grenzbefestigungen macht ein kurzer Pfad beim Křížový buk (Kreuzbuche) vertraut, und in Nový Bor gibt es einen interessanten Pfad, der der Geschichte der Glasmacherei gewidmet ist. Im deutschen Teil des Gebirges ist der Lehrpfad in den alten Mühlsteinbrüchen bei Jonsdorf sehr attraktiv, und interessant ist auch der Naturlehrpfad rund um Waltersdorf. Darüber hinaus gibt es in der Region weitere Pfade von lokaler Bedeutung.

Sehenswürdigkeiten

Das Leben der hiesigen Bewohner wurde maßgeblich durch die Glasherstellung geprägt, deren Anfänge hier bereits seit der Mitte des 13. Jahrhunderts belegt sind. Ihre Tradition ist bis heute vor allem in Nový Bor (Haida) und Kamenický Šenov (Steinschönau) lebendig, aber bedeutende Glashütten finden wir beispielsweise auch in Polevsko (Blottendorf), Kunratice (Kunnersdorf) oder Lindava (Lindenau). Nicht minder wichtig war in der Vergangenheit die Textilherstellung, mit der man sich in Großschönau näher vertraut machen kann. In der Gegenwart erfreuen sich kleine Brauereien in Cvikov (Zwickau), Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz), Kytlice (Kittlitz), Krásná Lípa (Schönlinde) oder Varnsdorf (Warnsdorf) beträchtlicher Beliebtheit.

In den Dörfern am Fuße der Berge finden wir eine Reihe interessanter Denkmäler. In Jablonné v Podještědí (Deutsch Gabel) ist es das Dominikanerkloster mit der barocken Basilika des hl. Laurentius und der hl. Zdislava von J. L. Hildebrandt, in der die heilige Zdislava begraben liegt, oder der Aussichtspunkt auf dem Turm der ehemaligen Marienkirche; in Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz) zieht uns die Kirche des hl. Jakobus des Älteren und die Wallfahrtskapelle der Jungfrau Maria mit Kreuzgang in ihren Bann. Interessant ist das Bergbaudorf Jiřetín pod Jedlovou (St. Georgental) mit dem Křížová hora (Kreuzberg) und einem alten Silberbergwerk oder Cvikov (Zwickau) mit der Kirche der hl. Elisabeth und dem Kalvarienberg auf dem Křížový vrch. Eine Zierde des mittleren Gebirgsteils ist die St.-Maria-Magdalena-Kirche in Mařenice (Groß Mergtal), und nicht unerwähnt bleiben dürfen die Kirche des hl. Antonius von Padua in Kytlice (Kittlitz), die Kirche des hl. Bartholomäus in Hrádek nad Nisou (Grottau) oder der alte Glasmacherfriedhof in Kamenický Šenov (Steinschönau). Beachtenswert sind auch die ungewöhnliche Holzkirche in Oybin und die künstlerisch wertvolle Gruft der Kanitz-Kyaws in Hainewalde.
Technische Denkmäler sind alte Wassergräben, die in die Felsen rund um den Hamerský potok (Hammerbach) und die Svitávka (Zwittebach) gehauen wurden, das steinerne Aquädukt in der ehemaligen Siedlung Na Potokách (Bachhäuser), Windmühlen in Světlík (Lichtenberg) und Uhelná (Kohlige) oder das Röhrhäusel in Hartau.

Die Malerizität der Dörfer und Kleinstädte wird durch die Volksarchitektur vom Ende des 18. und 19. Jahrhunderts vervollständigt. Typisch ist das dreiteilige Haus mit einem zentralen Flur, der die größere Stube vom gemauerten Stall und der Kammer trennt. Auf der tschechischen Seite ist es meist ein Blockhaus, in Deutschland überwiegen Fachwerkhäuser. Ein charakteristisches Bauelement ist das Umgebinde, das ein block- oder fachwerkbauartiges Obergeschoss und ein Satteldach trägt, dessen Bestandteil manchmal ein niedriger, langgestreckter Dachhecht mit einer Reihe kleiner Fenster ist. Einige Häuser besitzen Sandstein-Eingangsportale, mit verschieden profilierten Brettern verkleidete Wände und mit buntem Schiefer verzierte Giebel. Viele schöne Häuser haben sich beispielsweise in Chřibská (Kreibitz), Doubice (Daubitz), Jiřetín (St. Georgental), Kamenický Šenov (Steinschönau), Mařenice (Groß Mergtal), Krompach (Krombach), Horní und Dolní Světlá (Ober- und Niederlichtenwalde) erhalten; sehr interessant sind die Ensembles von Umgebindehäusern in Großschönau, Waltersdorf, Jonsdorf oder Bertsdorf-Hörnitz.

Viel besucht werden die Schlösser Grabštejn (Grafenstein), Lemberk (Lämberg) oder das nahegelegene Zákupy (Reichstadt), während zweckentfremdete Schlösser in Česká Kamenice (Böhmiscg Kamnitz), Sloup (Bürgstein), Hainewalde und Nový Falkenburk (Neu Falkenburg) in Jablonné (Deutsch Gabel) heute gewöhnlich nicht zugänglich sind. Auf steilen Bergen haben sich die Ruinen mehrerer Burgen erhalten. Ein einzigartiges Kleinod ist die ausgedehnte Burg- und Klosterruine in Oybin, und bemerkenswert ist die Felsenburg mit Einsiedelei in Sloup (Bürgstein). Relativ gut erhalten ist auch die Burg Tolštejn (Tollenstein), und von der Burg Kamenický hrad (Kamnitz) blieben Palasmauern mit einem eingebauten Aussichtsturm erhalten. Von Milštejn (Mühlstein), Fredevald (Fredewald), Starý Falkenburk (Alt-Falkenburg), Karlsfried und weiteren kleinen Burgen sind heute nur noch geringe Mauerreste erhalten.

Von vielen Gipfeln eröffnen sich wunderschöne Weitblicke, insbesondere von der Lausche / Luž, dem Hochwald / Hvozd, Jedlová (Tannenberg), Klíč (Kleis), Studenec (Kaltenberg), Vlčí hora (Wolfsberg), Dymník (Rauchberg), Töpfer oder Scharfenstein; eine malerische Dominante im Vorland des Zittauer Gebirges ist auch der Breiteberg. Bemerkenswerte Naturgebilde sind die Bílé kameny (Weiße Steine), der Dutý kámen (Hohlstein), der Pustý zámek (Wüstes Schloss), der Zlatý vrch (Goldberg), die Panská skála (Herrnhausfelsen) oder die Ledová jeskyně (Eishöhle) bei Naděje (Hoffnung); auf deutscher Seite sind die Felsen Nonnenfelsen, die Große Felsengasse und die Jonsdorfer Felsenstadt mit den bemerkenswerten Gebilden der Orgel und den Mühlsteinbrüchen sehr attraktiv. Eine Reihe von Felsen wird auch zum Sportklettern genutzt. Die bekanntesten unter ihnen sind Kelchstein und Rosensteine südlich von Oybin, der Felsmassiv der Burg Oybin, die Gruppe Nonnenfelsen mit dem nahegelegenen Turm Jonsdorfer Mönch, die Felsen Grätzer Höhle unter dem Töpfer sowie die Gebilde Uhusteine, Mönchswand oder Schalkstein. Auf tschechischer Seite sind der Fellerova věž (Fellerwand) und die Horní skály (Oberwegsteine) bei Horní Sedlo (Pass) oder die Felsentürme der Sloupské skály (Bürgsteiner Felsen) und Svojkovské skály (Schwoikaer Felsen) am beliebtesten. Im Massiv der Nonnenfelsen und am Alpiner Grat bei Oybin sind klettersteigartige Wege (Klettersteige) angelegt.

Touristisches

Um die touristische Erschließung des Gebirges machten sich bereits vor Ende des 19. Jahrhunderts Touristenvereine verdient, deren Mitglieder eine Reihe von Zugangswegen im Gebirge anlegten. Der bekannteste unter ihnen war der Kammweg, der 1902 vom Ještěd (Jeschken) zum Růžovský vrch (Rosenberg) markiert und in späteren Jahren weiter verlängert wurde. Den Touristenvereinen verdanken wir auch den Bau zahlreicher Aussichtstürme, Aussichtspunkte und Berggasthöfe. Nach 1945 schlossen sich jedoch die Grenzen für viele Jahre, und die meisten Bauden auf tschechischer Seite wurden zerstört oder verfielen wegen vernachlässigter Instandhaltung. Erst Ende des 20. Jahrhunderts besserte sich die Situation, und das Gebirge begann sich dank des wachsenden Interesses der Einwohner und Besucher wieder in eine malerische Landschaft zu verwandeln. Häuser und Denkmäler in den Städten und Dörfern am Fuße der Berge werden nach und nach saniert, an den Wegen tauchen einst zerstörte Kapellen und Wegkreuze wieder auf. Im Jahr 1993 wurde der steinerne Aussichtsturm auf der Jedlová (Tannenberg) wieder zugänglich gemacht, und zwei Jahre später wurde das benachbarte Gasthaus eröffnet. 1998 wurde der Aussichtsturm in der Ruine der Burg Kamenický hrad (Kamnitz) erneuert, und auch das Ausflugsrestaurant auf dem Hrádek (Burgsberg) bei Varnsdorf (Warnsdorf) sowie das ehemalige Gasthaus auf den Janské kameny (Johannissteine) bei Krompach (Krombach) wurden rekonstruiert. In letzter Minute gelang es auch, den einzigartigen eisernen Aussichtsturm auf dem Studenec (kaltenberg) vor dem Abriss zu retten.

Freizeitmöglichkeiten in der Sommersaison bieten die Naturbäder in Jablonné (Deutsch Gabel) oder Sloup (Bürgstein), der Trixi-Park bei Großschönau, der See Kristýna bei Hrádek (Grottau) und der Olbersdorfer See. Im Winter werden bei ausreichend Schnee auf beiden Seiten der Grenze Langlaufloipen gespurt, und es funktionieren auch Skipisten in Polevsko (Blottendorf), Horní Podluží (Obergrund), auf der Jedlová (Tannenberg) und am Hang der Lausche / Luž oberhalb von Waltersdorf. Einen Besuch wert sind sicherlich die Glasmuseen in Nový Bor (Haida) und Kamenický Šenov (Steinschönau), das Damast- und Frottiemuseum in Großschönau, das Feuerwehr-Museum in Nový Oldřichov (Neu Ullrichstal), das Naturparkhaus in Waltersdorf sowie das Schmetterlingshaus in Jonsdorf.
Ausflüge in die Berge lassen sich mit einer Fahrt mit der schmalspurigen Dampfeisenbahn von Zittau nach Jonsdorf und Oybin oder mit der Glasmacher-Lokalbahn von Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz) nach Kamenický Šenov (Steinschönau) verbinden.

Das Lausitzer und das Zittauer Gebirge bleiben weiterhin ein gut erhaltenes Gebiet mit zahlreichen Möglichkeiten für Erholung, leichte Fußwanderungen, Radwandern, Klettern und Skilauf.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten zu den Interessantes.