Lausitzer Gebirge
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Städte und Gemeinden

Kunratice bei Cvikov
(Kunnersdorf bei Zwickau)

Kirche zur Erhöhung des hl. Kreuzes. Kunratice (Kunnersdorf) ist ein langestrecktes Dorf, das im verbreiteten Tale des Svitávka-Baches (Zwittebach) etwa 3 km östlich von Cvikov (Zwickau) liegt. Das Dorf entstand wahrscheinlich zur Zeit der Kolonisation unter den Pøemysliden und wurde nach seinem Lokator Conradi villa genannt. Zuerst wird es erwähnt im Jahre 1352 und bereits 1358 stand hier eine Pfarrkirche. Der erste bekannte Besitzer von Kunratice war seit 1358 der Ritter Hanuš Jan Pancíø, dessen Sitz sich in der damals auf dem Zámecký vrch (Schlossberg) gegenüber der Kirche stehenden Veste befand. Im Jahre 1388 kam das Dorf an Heinrich Berka von Dubá, der es der Herrschaft Milštejn (Mühlstein) anschloss. Nach dem Tode seines Sohnes Hynek im Jahre 1413 wurde Kunratice zum Witwensitz der Kateøiny z Lemberka, die hier bis zu ihrem Tode um 1425 lebte. In den Husittenkriegen wurde die Veste wahrscheinlich im Feldzuge von 1429 vernichtet, weil sie später nicht mehr erwähnt wird.
Im Dreissigjährigen Kriege wurde die ganze Gegend von den Heeren sowohl der Feinde als auch des österreichischen Kaisers, die hier mehrmals durchzogen, verwüstet. Im Jahre 1680 kam es in der Umgebung zu Bauernaufständen und im selben Jahre wütete hier die Pest, an der 60 Einwohner starben. Zur Erinnerung daran wurde eine kleine Kapelle (Pestsäule) im oberen Teil des Dorfes errichtet.
Der Grossteil der Einwohner hatte bis ins 19. Jahrhundert hinein seinen Lebensunterhalt von der Landwirtschaft, zum Teil auch vom Leinenhandel, vom Weben, Spinnen bzw. Bleichen von Garnen und Leinwand. In der Gemeinde arbeiteten drei Mühlen, eine Ziegelei und eine im Jahre 1862 gegründete Papiermühle, die später zur die Herstellung von Möbeln überging. 1876 wurde hier eine Spiegelschleiferei gegründet. Nach dem Zweiten Weltkriege blieb lediglich die Möbelfabrik im Betrieb, was zusammen mit der gleichzeitigen Likvidierung der Gewerbe dazu führte, dass sich das Dorf nach und nach entvölkerte und deshalb am 1. Januar 1981 an Cvikov (Zwickau) angeschlossen wurde. In den 90er Jahren hat es sich aber wieder selbstständig gemacht.

Gasthaus im Ortszentrum. Im Dorfe steht eine klassiziste dreischiffige Kirche zur Erhöhung des hl. Kreuzes, die in den Jahren 1832 und 1833 an der Stelle einer älteren Kirche erbaut wurde. Ihre Inneneinrichtung stammt überwiegend aus dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts.
Der Kirche gegenüber erhebt sich über dem Tale der Svitávka (Zwittebach) der niedrige Zámecký vrch (Schlossberg, 431 m), auf dessen Abhange bis etwa 1529 die Veste stand, zu der die beiden Dörfer Kunratice (Kunnersdorf) und Heømanice (Hermsdorf) gehörten. An ihre Existenz erinnert nurmehr ein breiter und tiefer Graben, durch den der Weg an ihrem Süd- und Ostfusse auf die Anhöhe hinaufführt. Das Gemäuer wurde angeblich bereits im Jahre 1680 vollständig zu Bausteinen weggeführt und später blieb von der Veste nur der sog. Ritterbrunnen übrig, der 1911 beim Bau der Wasserleitung verschüttet wurde.
In der Ortsmitte steht eine Statue des Kaisers Josef II. aus dem Jahre 1882 und auf der Brücke eine spätbarocke Statue des hl. Johann v. Nepomuk vom Ende des 18. Jahrhunderts.

Im Walde am alten Wege nach Drnovec (Klein-Grün) ist eine in den Sandstein gemeisselte Kapelle mit einer Sitzbank, die von der hiesigen Abteilung des Gebirgsvereins errichtet worden ist und im Jahre 1934 renoviert wurde. Die Innenausschmückung und die die Umgebung schmückenden Statuen wurden nach dem Zweiten Weltkriege vernichtet. Nördlich des Dorfes an der Strasse nach Maøenice (Mergtal) sind zwei Kunnersdorfer Teiche, die als Schwimmbad dienen. Ein dritter Teich besteht an der Südwestseite des Dorfes unterhalb des Dutý kámen (Hohlstein). Am südlichen Ende des Dorfes ist in einem romantischen Winkel des Svitávkabach-Tales (Zwittebach) der Felsen Skála smrti (Totenstein, Jungfernsprung).

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