Lausitzer Gebirge
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Dymník
(Rauchberg)

Der Aussichtsturm auf dem Gipfel des Dymník (Rauchberg). Der Dymník (Rauchberg, 516 m) ist eine verhältnismässig flache und zum grössten Teil bewaldete Anhöhe etwa 2 km südlich südwestlich von Rumburg und 3 km nördlich von Krásná Lípa (Schönlinde). Sein Liegendes besteht aus Granit, der im jüngeren Tertiär von Basalt, der heute die verhältnismässig steile Gipfelpartie bildet, durchdrungen wurde. Auf seinen Hängen und auf dem Gipfel ragen einige Basaltfelsen mit gut ausgebildeter platten- oder säulenförmigen Ausbildung in die Höhe. Im Liegenden des Dymník-Basaltes haben sich auch tertiäre Sedimentgesteine mit wenig mächtigen Brandschieferflözen erhalten, in denen Graf Ferdinand Bonaventura Harrach in den Jahren nach 1766 nach Kohlen schürfen liess; diese Versuche haben aber keine abbauwürdigen Kohlenflöze erschlossen.

Als im Jahre 1887 eine Sektion des Gebirgsvereins für das nördlichste Böhmen in Rumburg gegründet wurde, entschieden sich ihre Mitglieder, auf dem Rauchberg ein Ausflugsrestaurant mit einem Aussichtsturm zu gründen. Sie kauften deshalb die höchstgelegene Wirtschaft am nordöstlichen Hange des Berges und bauten sie zu einem Bergrestaurant um, das sie am 16. Juni 1895 feierlich eröffneten. Die zum Bau des Aussichsturmes nötigen Geldmittel konnte die Sektion aber nicht zusammenbringen. Sie begrüssten deshalb die Initiative des Stadtrates Augustin Wenschuh, der sich entschloss, aus eigenen Mitteln den Aussichtsturm zu bauen und damit würdevoll seinen sechzigsten Geburtstag zu feiern. Zum Baumeister wählte er Josef Hampel aus Rumburg, der bereits 1889 den Aussichtsturm auf dem Vlèí hora (Wolfsberg) gebaut hatte. Hampels Plan eines 15 Meter hohen zylinderförmigen Aussichstturmes aus Ziegeln auf einem Sandsteinunterbau wurde von der Gebirgsvereinssektion genehmigt und am Anfang des Jahres 1896 wurde der Bau begonnen. Die Arbeiten schritten schnell fort und so konnte der Turm bereits am 27. September 1896 feierlich eröffnet werden. An der Mauer des Turmes wurde Herrn Wenschuh eine Gedenktafel mit einer Widmung enthüllt und der Turm erhielt nach ihm den Namen Augustturm. Die Mitglieder des Vereines richteten auch den Zugangsweg zum Gipfel her, versahen ihn mit einige Ruheplätzen mit Bänken und bauten den letzten Abschnitt des Weges mit 79 hölzernen Stufen aus, die "Wilhelms Stiege" genannt wurden. Um 1910 wurde die Aussichtsplattform des Turmes mit einem Dach versehen, wodurch der Turm sein heutiges Aussehen bekam.

Nach dem zweiten Weltkrieg war der Aussichsturm frei zugänglich und war dem allmählichen Verfall preisgegeben, sodass er endlich er für die Öffentlichkeit abgesperrt werden musste. Das sich nähernde Datum seines hundertjährigen Jubiläums gab jedoch den Anstoss zur Rekonstruktion, um die sich der Rumburger KÈT (Klub der tschechischen Touristen) in Zusammenarbeit mit der Stadtvertretung verdient gemacht hat. Zur Erneuerung des Turmes trugen auch eine Reihe von Mitbürgern und öffentlichen Institutionen bei, sodass am 25. März 1995 der Aussichtsturm zum zweiten Male feierlich eröffnet werden konnte. Heute ist der Turm im Besitze der Forstbetriebe der ÈR (Lesy ÈR), die ihn im Jahre 2008 neuerdings instand setzten und ihn dann dem KÈT, Sektion Krásná Lípa (Schönlinde) vermieteten, der ihn wieder der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Obwohl der Rauchberg nicht besonders hoch ist (516 m), bietet er eine ziemlich weitreichende Aussicht in die Umgebung. Im Nordwesten breitet sich die bergige Landschaft des Schluckenauer Zipfel (Böhmisches Niederland) mit dem Vlèí hora (Wolfsberg), dem Taneènice (Tanzplan), Hrazený (Pirsken) und Jitrovník (Jüttelsberg) aus, die im Norden in die Landschaft der Oberlausitz übergeht. Im Osten kann man das Isergebirge und das Riesengebirge sehen, vor denen der Jeschkenkamm heraufragt und an der Südseite zieht sich der Hauptkamm des Lausitzer Gebirges vom Hochwald (Hvozd) über den Lausche (Luž), Pìnkavèí vrch (Finkenkoppe), Jedlová (Tannenberg) und Javor (Grosser Ahrenberg) bis zum Studenec (Kaltenberg) hin. Im Hintergrund sieht man den spitzigen Klíè (Kleis), die beiden Gipfel des Bezdìz (Bösig) und das Böhmisches Mittelgebirge mit dem auffallenden sattelähnlichen Sedlo (Geltsch) oder dem Milešovka (Milleschauer, Donnersberg), weiter im Südwesten dehnt sich die Böhmisch-sächsische Schweiz mit dem Rùžovský vrch (Rosenberg), dem Grossen Winterberg und dem Dìèínský Snìžník (Hoher Schneeberg) aus, hinter denen der langgezogene Kamm des Erzgebirge den Horizont abschliesst.

Das Restaurant unter dem Dymník (Rauchberg) ist heute wieder zu einem beliebten Erholungs- und Erfrischungsziel geworden. Der steinerne Stern unter dem Dymník (Rauchberg).

Im Herbst 2010 wurde von Betrieb der "Lesy ÈR" (Forste der ÈR) in der Umgebung des Dymník (Rauchberges) ein über 4 km langer Naturlehrpfad errichtet, der am 8. Oktober 2010 eröffnet worden ist. Er beginnt am Freibad in Rumburg und bildet einen Kreis, der zuerst zum Teich "Podhájí", weiter im Wald auf den Gipfel des Dymník (Rauchberg) und von hier wieder zum Freibad zurückführt. Auf 8 Standorten bieten bebilderte Infotafeln kurzgefasste Informationen zur hiesigen Natur, den Wäldern und der Forstwirtschaft.

Etwa 200 m westlich der Restauration unter dem Dymník (Rauchberg) befindet sich im Areal des Golfplatzes ein interessanter steinerner Stern. Im Kreis mit einem Durchmesser von 30 m wurden hier regelmässig 22 schlanke, grob behauene, 5 bis 6 m hohe Granitsäulen aufgestellt. Die Säulen sind durch gepflasterte Pfade aus grauem und rötlichem Granit verbunden, die ein aus einigen sich durchdringenden Dreiecken gebildetes Muster bilden. Dieser aus der Tradition der hebräischen Kabale ausgehende Stern wurde im Jahr 2004 nach dem Plan von Ladislav Mouèka aufgestellt und zu seinem Bau wurden Granitblöcke, die früher den Lauf des Baches in Jiøetín pod Jedlovou (St. Georgental) deckten, verwendet.

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