Lausitzer Gebirge
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Brazilka
(Lausche Hochmoor)

Blick auf das Hochmoor vom Anfang des Naturlehrpfades. Mit dem Namen "Brazilka" wurde nach dem 2. Weltkrieg eine am Waldrand am südöstlichen Fusse des Luž (Lausche) etwa 1 km nordöstlich von Dolní Svìtlá (Nieder Lichetnwalde) stehende Einschicht bezeichnet. Im August 1929 wurde hier das Bergrestaurant "Neu-Brasilien" eröffnet, das aber nur kurze Zeit in Betrieb war, da es nur wenig Gäste hatte. Im Jahr 1934 sollte es meistbietend verkauft werden, es fand sich aber kein Käufer. Nach dem 2. Weltkrieg diente das Gebäude einige Jahre als Erholungsheim, nach 1954 wurde es aber in die neu errichtete Grenzschutzzone einbezogen und um 1958 abgerissen. Seine von der Vegetation überwachsenen Grundmauern sind noch heute gut sichtbar.

In den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Name Brazilka zur Bezeichnung eines unweit von hier errichteten Schutzgebietes zum Schutze einer vernässten Wiese im Quellgebiet des Svitávka-Baches (Zwittebach) etwa 1,5 km oberhalb von Dolní Svìtlá (Nieder-Lichtenwalde) rechts vom Wege zum Grenzübergang Wache und nach Waltersdorf vewendet. Diese Wiese wurde 1988 unbedachterweise entwässert, wodurch es zu einer Störung des natürlichen Wasserregimes dieses Quellgebietes und dadurch zu einem Rückgang seiner ursprünglichen Pflanzengemeinschaften kam. Dieser Versuch, das Moor in landwirtschaftlich nutzbaren Boden umzuwandeln, blieb ohne Erfolg, da auch nach den ausgeführten Meliorationsarbeiten an einigen Stellen der Wiese kleinere vernässte Flächen erhalten blieben und die Wiese landwirtschaftlich nicht genutzt werden konnte. Die nicht gepflegten Flächen wurde deshalb nach und nach von Anfluggehölzen besiedelt, die weiter die Bedingungen zum Überleben der seltenen Pflanzenarten verschlechterten, die deshalb früher oder später von hier vollständig verschwinden würden. Um dem vorzubeugen, ergriff die Verwaltung des Landschaftsschutzgebietes Massnahmen zur Rettung der letzten Überreste der Moorwiese, die auch die Naturschutzbehörde in Zittau unterstützte, da sie an der Erhaltung des auf der deutschen Seite der Grenze liegenden kleineren Teils der Moorwiese interessiert war.
Blick vom am Feuchtgebiet entlang führenden Weg, der auf den höchsten Berg Luž (Lausche) führt. Im Frühjahr 1999 wurden hier Massnahmen durchgeführt, die eine Verbesserung der Lebensbedingungen zur Wiederausbreitung der Moorvegetation zum Ziel hatten. Am Bach und am Entwässerungsgraben entlang der Staatsgrenze wurden Gewässersperren eingebaut, das Dränsystem wurde en mehreren Stellen unterbrochen und im tieferliegenden Teil der Wiese wurde eine kleine Wasserfläche geschaffen. Aus der Wiese wurde ein Teil der standortfremden Anfluggehölze entfernt und entlang des Entwässerungsgrabens und des Baches wurden in der nächsten Nähe des Standortes gewonnene Erlen- und Weidensetzlinge angepflanzt. Endlich wurde rund um das Schutzgebiet ein 750 m langer Naturlehrpfad ausgebaut und am 19. Juni 1999 feierlich eröffnet. Auf vier Standorten machen Informationstafeln den Besucher mit der typischen Vegetation des Feuchtgebietes und mit den Einzelheiten dieses Renaturierungsprogrammes bekannt.

Im Jahre 2002 wurde diese Wiese mit dem Flächeninhalt von 9 ha zum geschützten Naturdenkmal ausgerufen, das den Schutz der Pflanzengesellschaften, die sich auf dieser feuchten und stellenweise vernässten Bergwiese mit Moor- und Heidevegetation entwickelt hatten, zum Ziel hat. Gegenwärtig kommen hier u. a. z. B. das Heidekraut, die Wiesen-Segge, die Spitzblütige Binse, das Sumpf-Läusekraut und der fleischfressende Rundblättrige Rosentau vor. Von den geschützten Lebewesen kann man hier die Kreuzotter, die Bergeidechse, den Wachtelkönig oder die Waldschnepfe beobachten.

Sumpf-Läusekraut. Rundblättriger Sonnentau.

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