Lausitzer Gebirge
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Sokol - Starý Falkenburk
(Falkenberg - Alt Falkenburg)

Gesamtansicht des Sokol von der Südostseite. Sokol (Falkenberg, 593 m) ist ein steiler Phonolithkegel, der sich etwa 2,5 km südöstlich vom Hvozd (Hochwald) und 1 km westlich von Petrovice (Petersdorf) erhebt. In seinen höheren Teilen ist er mit Laubwald bewachsen und auf seinem Gipfel befinden sich die spärlichen Reste der Burg Starý Falkenburk (Falkenburg). Der niedrigere Ausläufer an seiner Südwestseite heisst Malý Sokol (Kleiner Falkenberg, 523 m).

Am Nordhang des Berges befindet sich an der Abzweigung des Gipfelweges die nicht allzu ergiebige Koèièí studánka (Katzenquelle) und es fängt hier auch der Forstlehrpfad an, den die Firma Lesy ÈR (Staatliche Forste der ÈR) am 18. April 2008 eröffnet hat. Dieser Naturlehrpfad bildet einen etwa 1,8 km langen Rundweg um den Gipfelkegel des Berges und macht den Besucher auf fünf Schautafeln mit der Bewirtschaftung der hiesigen Wälder bekannt. Nicht ganz 100 m westlich des Brünnleins befindet sich ein etwa einen halben Meter hoher Denkstein an der Stelle, wo am 18. April 1878 der Forstadjunkt Vinzenz Stoy von einem unbekannten Wilddieb erschossen wurde. Etwa 250 m weiter nach Süden quert der Lehrpfad eine Lichtung, an der eine hölzerne Bank mit einer beschränkten Aussicht zum Klíè (Kleis) und dem Suchý vrch (Dürrberg) aufgestellt ist. Am Nordwestabhange des Malý Sokol ist am Wege ein zweites mit einem Dach versehener Brunnen und in Sichtweite von ihm wächst eine mit einer Tafel bezeichnete Feldulme. Im hochgewachsenen Buchenwald des Südhanges ragt wenig höher über dem Weg ein zerklüfteter Phonolithfelsen empor und unweit östlich von ihm ist ein verlassener Phonolithsteinbruch.

Der Katzenbrunnen an der Weggabelung am Nordhang des Berges. Der Denkstein Vincenz Stoys. Phonolithfels am Südhange des Berges.

Im Wald nordwestlich des Koèièí studánka sind bis heute alte Gruben als Überreste des Abbaus von Eisenerzen zu sehen, aber einzelne Abbaue liegen auch verstreut an anderen Stellen des Berges. Auf dem Ostabhange soll noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein alter Eisenerzstollen aus dem 16. oder 17. Jahrhundert zu sehen gewesen sein, die erste schriftliche Erwähnung des Stollens stammt aber erst von 1780, als er schon lange Zeit verlassen war.
Im Jahre 1778 wurden auf der Südostseite des Berges in Richtung auf Knìžice (Gross-Hirndorf) Schanzen gegen die Preussen aufgeworfen, an den zweiten Weltkrieg erinnern noch heute auf den Südhängen verstreute kleine Betonbunker der Grenzbefestigung aus denh Jahren vor 1938.

Gipfel des Sokol mit den Resten der Burg Alt Falkenburg. Auf dem bewaldeten Gipfel des Berges befinden sich auch heute noch Reste einer Burg, die ursprünglich Falkenburg hiess, als man aber am Stadtrande von Jablonné (Deutsch-Gabel) das Schloss Nový Falkenburk (Neufalkenburg) baute, begann man die hiesige Burg als Starý Falkenburk (Alt-Falkenburg) zu bezeichnen. Die Burg wurde wahrscheinlich zum Schutz der wichtigen Landstrasse, die von Böhmen über Jablonné (Deutsch-Gabel) nach Zittau führte, erbaut. Nach unbestätigten Nachrichten konnte die Falkenburg gleichzeitig mit dem Roimund im Jahre 1347 von Hans von Dohna oder nach 1391 von den Berken von Duba erbaut worden sein. Zum ersten Male wird sie aber erst 1415 erwähnt, als sie Albert von Dohna gehörte. Die von Dohna standen an der Seite Kaiser Siegmunds und die Falkenburg diente also als vorgeschobener Beobachtungspunkt, der den Lausitzer Sechsstädten die Bewegungen der hussitischen Abteilungen in der Umgebung. Im Jahre 1423 gelang der Besatzung ein Überfall der Abteilung Hynek Boèek von Podìbrady, der im folgenden Jahr einen Straffeldzug in die hiesige Gegend unternahm. Noch 5 Jahre hielten die Lausitzer Sechsstädte auf der Burg eine Besatzung, aber 1429 kam die Burg an der hussitischen Hauptmann Jan Kolúch von Vesec, der von hier aus Raubzüge in das Zittauer Land unternahm. Die Lausitzer verbrannten deshalb um Ostern 1431 die Burg, die aber bald wieder wiederhergestellt wurde. Nach der Schlacht bei Lipany befolgte Kolúch nicht den Aufruf, er solle sich mit den Sechsstädten versöhnen und Kaiser Siegmund befahl am 25. April 1437 den Sechsstädten die Burg zu zerstören. Dazu kam es aber nicht, da die Falkenburg durch Unvorsichtigkeit der eigenen Besatzung ausbrannte, was manchmal als Kolúchs Trick zur Abwendung eines Kampfes gewertet wird. Die Burg wurde dann noch einige Zeit bewohnt, aber vom Jahr 1454 wird sie bereits als zerstört angeführt wird. Nach Nachrichten in einigen Zittauer Chroniken soll die Burg noch 1467 vom Lausitzer Sechsstädtebund erobert und abgerissen werden, noch später soll sie Räubern als Versteck gedient haben und wurde erst 1476 mit der Erde gleich gemacht. Im Jahr 1513 war die Burg bereits wüst.

Reste der Grundmauer des Hauptgebäudes der Burg. Um die Burg herum sieht man noch heute den Wallgraben.

Die Burg stand auf einer ovalen, durch einen breiten, teilweise im Felsen ausgebrochenen Graben geschützten Fläche. Bis heute haben sich aber nur vereinzelte Reste der Umfangsmauer und des gemauerten Hauptgebäudes in der östlichen Hälfte der Fläche erhalten. Zu ihrer Aufdeckung kam es offensichtlich bei den Befestigungsarbeite an der Staatsgrenze in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert, bei denen das Mauerwerk an einigen Stellen durchbrochen wurde. Im Westteil der Burg befindet sich eine unregelmässig geformte Grube, die als Zisterne oder Vorratskammer gedient haben konnte. Da die Burg nur eine kurze Zeit bestand und nicht wesentlich umgebaut wurde, bleibt sie als Beleg einer einfachen hussitischen Befestigung die aus einem einfachen rechteckigen Bauwerk mit einem Burghof, der an der Westseite durch einen Wall geschützt war. Im Jahr 1884 wurde auf dem Berghang unterhalb der Burg ein silberner Brakteat aus dem 13. Jahrhundert gefunden.

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