Lausitzer Gebirge
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Städte und Gemeinden

Jiøetín pod Jedlovou
(St. Georgental)

Jiøetín p. J. Gesamtansicht vom Norden. Im Hintergrunde Jedlová (Tannenberg) und Køížová hora (Kreuzberg). Jiøetín (St. Georgental) ist ein kleines, aber schmuckes Städtchen am Nordfusse des Lausitzer Gebirges und liegt etwa 5 km südwestlich von Varnsdorf links von der Hauptstrasse Èeská Lípa - Rumburk. Dank der malerischen Umgebung, den interessanten Denkmälern und den reichen Möglichkeiten, die es zur Freizeitgestaltung bietet, ist Jiøetín ein das ganze Jahr über besuchter Erholungsort. Zur Erholung dienen auch die zum Städtchen gehörenden abgelegenen Ortsteile Jedlová (Tannendorf), Lesné (Innozenzendorf) und Rozhled (Tollenstein).

Geschichte

Die Geschichte von Jiøetín ist vom Anfange an mit den Schicksalen der Herrschaft Tolštejn-Rumburk (Tollenstein - Rumburg) und insbesondere mit den hiesigen Erzbergwerken verbunden. Die ältesten Nachrichten über den Bergbau auf der Herrschaft Tollenstein stammen aus den Jahren 1474 und 1484. Da damals zur Herrschaft Tollenstein auch das ganze Schluckenauer Land gehörte, ist nicht nachgewiesen, ob sich diese Anmerkungen auf die unmittelbare Umgebung von Jiøetín oder auf einen anderen Teil der Herrschaft beziehen (es soll sich dabei aber eher um Georgental in Thüringen handeln). Trotzdem der Bergbau nicht allzu erträglich war, erteilte im Jahre 1509 König Vladislaus II. der Jagielonner dem Herren Heinrich von Schleinitz das Recht, zwanzig Jahre auf der Herrschaft Tolštejn auf Gold, Silber, Kupfer, Blei, Zinn, Eisen und andere Metalle zu bauen. Diese Versuchsarbeiten fanden zuerst wahrscheinlich im Míšeòský dùl (Meisengrund) unterhalb des Tolštejn (Tollenstein), im gegenüberliegenden Tale unter dem Kozí høbet (Ziegenrücken) und im Tale Milíøka (Kohlhau) südlich von Dolní Podluží (Niedergrund) statt.
Der neue Besitzer der Herrschaft, Georg von Schleinitz, erweiterte den hiesigen Bergbau auf Kupfer, Blei und Silber und liess auf neue Vorkommen schürfen. Als hoffnungsvoll erschien damals das Gebiet des Berges Køížová hora (Kreuzberg), in dem er einen Stollen zum St. Christoph vortreiben liess. Zugleich entschied er sich, die Entwicklung des Bergbaus durch die Gründung eines Städtches zu unterstützen, dem er in der Urkunde vom 21. Juli 1539 eine Fläche an der Pražská cesta (Prager Strasse) zwischen dem Køížová hora (Kreuzberg) und dem Tolštejn (Tollenstein) anwies. Das neue Städtchen wurde nach dem Namenspatron des Gründers Sanct Georgenthal genannt. Der Bau des Städtches begann im Jahre 1548 und wurde in fünf Jahren, 1553 abgeschlossen.

Wappen der Herren v. Schleinitz. Anfangs entwickelte sich das Städtchen schnell, da die Aussicht auf einen schnellen Gewinn und die in der Gründungsurkunde Georgs von Schleinitz vom 12. November 1554 verankerten reichen Privilegien neue Einwohner anzogen. Sie sicherten den Hauseigentümern das Recht, Bier zu brauen und verkaufen, Brot backen, schlachten zu und sie bekamen die volle Freiheit, andere Geschäfte und Handwerke auszuüben. Dabei waren sie von allen Abgaben und Zöllen befreit. Die Einwohner hatten auch das Recht frei mit ihrem Eigentum zu schalten, frei sich anzusiedeln und auszusiedeln und es wurden ihnen gleichfalls alle Schulden, die sie ausserhalb der Länder der Böhmischen Krone zurückliessen, erlassen.
Der Bergbau unterlag dem Joachimstaler Recht und wurde von einer Gesellschaft von Gewerken ausgeführt, die eine privilegierte Bevölkerungsschicht darstellte. Der hiesigen Überlieferung nach arbeiteten im Jahre 1539 hier etwa 30 Bergleute und in den folgenden Jahren kamen noch etwa 150 Bergmannsfamilien aus dem Harz hierher.

Die Ergebnisse des Bergbaues waren anfangs augenscheinlich gut, denn 1569 verlängerte Georg Schleinitz die Gültigkeit der Georgentaler Privilegien auf weitere 15 Jahre. Die nicht allzu reichen Vorräte waren aber schnell erschöpft, sodass im Jahre 1584 die Gültigkeit der Privilegien nur noch um drei Jahre verlängert wurde und danach den Bürgern von Jiøetín die gewohnten Untertanenabgaben und -dienste vorgeschrieben wurden, wodurch sie zu den gleichen hörigen Bürgern wie den der anderen Städte wurden.
Der Bergbau wurde aber nicht ganz eingestellt. Noch im Jahre 1612 war im Städtchen das Amt des Berg- und Hüttenmeisters geblieben und um das Jahr 1620 waren die Gruben wieder im Betrieb. Diese kurze Zeit des Aufschwungs wurde durch den 30jährigen Krieg unterbrochen, aber es heisst, dass noch in den Jahren 1639 und 1640 die Bürger von Jiøetín die Bestätigung ihrer Bergbauprivilegien angestrebt haben. Versuche, den Bergbau wieder zu beleben, wurden auch in späteren Zeiten wiederholt, meistens aber ohne greifbare Erfolge. Den bedeutendsten davon unternahm Alois von Liechtenstein am Ende des 18. Jahrhunderts. Dabei wurde im Køížová hora (Kreuzberg) ein neuer Stollen, der St. Johann Evangelisten-Stollen aufgefahren. Vereinzelte Versuche zur Erneuerung des Bergbaues folgten bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts.

Wappen des Herrn Georg Mehl v. Strehlitz. Nach dem Tode Georgs 1565 verschuldeten sich die Herren von Schleinitz und mussten im Jahre 1586 die Herrschaft Rumburg an Georg Mehl v. Strehlitz verkaufen. Unter seiner Herrschaft erhob Kaiser Rudolf II. am 18. Dezember 1587 Jiøetín zur Bergstadt und erteilte ihm eine eigene Petschaft und Wappen. Zu den bisherigen Privilegien kamen noch zwei Jahrmärkte.
Nach dem Ableben Georg Mehls im Jahre 1589 wechselte die Herrschaft Rumburg mehrmals ihre Besitzer, unter denen der Bekannteste Vilém Vchynský von Vchynic war, der mit Albrecht von Waldstein im Jahre 1634 in Cheb (Eger) ermordet wurde. Im Bauernaufstand des Jahres 1680 zerstörten die Aufständischen die Ausstattung des Rathauses von Jiøetín, weil sich die Bürger weigerten, am Aufstand teilzunehmen. Dem Stadtrat wurde darum für ihre Stellungnahme vom Befehlshaber des Hilfseinheiten, dem General Christoph Wilhelm Harrant und dem damaligen Herrschaftsbesitzer Johann Sebastian v Pötting ein Lob ausgesprochen. Im Januar 1681 kaufte die Rumburger Herrschaft Anton Florian v. Lichtenstein, mit dessen Familie dann die Geschichte der Stadt und der ganzen Herrschaft bis 1919 verknüpft blieb.

Wegen seiner Lage an einem wichtigen, in das Innenland führendem Verkehrswege litt Jiøetín in Kriegszeiten viel durch die häufigen Durchzüge fremder und eigener Armeen. Im Jahre 1643 verbrannten in einem der Scharmützel des Dreissigjährigen Krieges die Schweden die Burg Tolštejn (Tollenstein), die seitdem wüst liegt.
Bis zum Jahre 1765 besass die Stadt auch seine peinliche Gerichtbarkeit, zu deren Vollstreckung die Richtstätte auf dem Šibenièní vrch (Galgenberg) diente. Nach einem der drei erhalten gebliebenen Todesurteile wurde am 12. Oktober 1747 ein gewisser Friedrich Rauch, dessen Namen in der Volkssage mit der Höhle am Malý Stožec (Kleiner Schöber) in Verbindung gebracht wird, wegen Kirchenfrevel zum Galgen verurteilt.

Da die Landwirtschaft in dieser Gegend keine grössere Bedeutung hatte, wurde nach dem Niedergang des Bergbaues das Handwerk, ven dened die Leinenindustrie und Weberei die wichtigsten waren, zur wichtigste Quelle des Lebensunterhaltes der Einwohner. An der Wende des 18. und 19. Jahrhunderts begann sich auch die Herstellung von Manchester und anderen Leinen- und Baumwollstoffen durchzusetzen. Diese Entwicklung der Leinenweberei führte in der Umgebung zur Entstehung von Bleichereien, die bis zum Anfange des 20. Jahrhunderts arbeiteten, dann aber infolge der Entwicklung der Chemie und der Mechanisierung der Fabriken eingingen.
Jiøetín wuchs bis zum Jahre 1890, in dem er 2530 Einwohner erreichte; später vergrösserte sich seine Einwohnerzahl nicht mehr, hauptsächlich wegen der stürmischen Entwicklung der Industrie im nahen Varnsdorf (Warnsdorf). In der Wirtschaftskrise der 30. Jahre wurde die industrielle Produktion in Jiøetín allmählich ganz eingestellt und diese drückende Lage dauerte dann bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.
Durch die Aussiedlung der Sudetendeutschen sank die Einwohnerzahl auf etwa ein Drittel, und da es auch später nicht gelang, die industrielle Produktion in einem ausreichenden Ausmasse zu erneuern, sank die Einwohnerzahl weiter bis auf die heutigen etwa 560. Die Zahl der Landhausbesitzer erreicht ungefähr die gleiche Höhe.
Nach dem Kriege benutzte das Städtchen eine Zeit lang den aus dem Deutschen übernommenen Namen Sv. Jiøetín ("Skt. Georgental") und erst im Jahre nach dem Zusammenschluss mit dem benachbarten Rozhled (Tollendorf), zu dem auch die Ortschaften Lesné (Innozenzidorf) und Jedlová (Tannendorf) gehörten, wurde es auf Jiøetín pod Jedlovou ("Georgental unter dem Tannenberg") umbenannt.

Denkmäler und Merkwürdigkeiten

Jiøetín ist ein typisches Bergstädtchen der Renaissancezeit mit eim schachbrettartigen Grundriss. Den Grundstein bildet der quadratische Marktplatz, um den ein sich regelmässiges Netz von untereinander senkrechten Strassen in den vier Weltrichtungen entwickelte. Zwischen des Gassen wurden quadratische Häuserblocks, an deren Seiten je drei Häuser standen, ausgemessen. Dadurch erreichte man, dass die Stadt niemals ganz ausbrannte. Im Jahre 1584 wurden 14 Häuser Raub der Flammen, im Jahre 1619 nur drei.
Da sich Jiøetín schon seit der Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht mehr weiter entwickelte, hat es sich bis heute als ein aussergewöhnlich wertvolles Ganzes erhalten; sein Zentrum wurde deshalb im Jahre 1992 zu einer städtischen Denkmalszone erklärt.

Die Heilige Dreifaltigkeits-Kirche zu auf dem Marktplatz. In der Mitte des Marktplatzes steht die urprünglich im Renaissancestil gebaute Heilige Dreifaltigkeits-Kirche, deren Bau im Jahre 1587 oder 1590 begonnen wurde, aber wegen der Verschuldung des Besitzers der Herrschaft, Balthasar Mehl von Strehlitz, bald stockte und erst im Jahre 1609 unter Radslav v. Vchynice weitergeführt wurde. Bis zu ihrer Einweihung diente den Bürgern die Kirche in Dolní Podluží (Niedergrund).
Die Kirche ist ein rechteckiger, einschiffiger Bau mit einem dreiseitig abgeschlossenen Presbyterium. Sie hat ein Tonnengewölbe mit Lünetten und Rippen, die auf Säulchen mit von Gesimsen verziertenen Kapitellen aufgesetzt sind. An der Nordseite des Schiffes ist ein Renaissance-Spitzbogenportal mit Seitennischen erhalten, ein anderes Spitzbogenportal im Unterteil des Turmes führt in die Sakristei. An die Nordseite der Kirche wurde später ein Turm angebaut, der vor 1664 fertig wurde, da in diesem Jahre auf ihm neue Glocken angebracht wurden. Als aber im Jahre 1783 der Oberteil des Turmes einstürzte, baute man einen neuen Barockturm, auf dessen Oberteil im Jahre 1793 eine Kuppel aufgesetzt wurde, die angeblich aus einem aufgelösten Kloster der Steiermark stammte. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche neugotisch umgebaut. An der Aussenseite des an dem Turm anliegenden Treppenhauses wurde ein Sandsteinrelief eines Kopfes eingesetzt, der angeblich früher das Palais der Burg Tolštejn (Tollenstein) schmückte. Bei der Renovation der Kirche um das Jahr 1914 wurde an ihrer Südseite das Sandsteingewände einer Tür abgedeckt, die ursprünglich wahrscheinlich auf den Friedhof führte, der bereits vor der Mitte des 17. Jahrhundert aufgelassen wurde.
Ostseite des Marktplatzes mit der Pfarre. Die überwiegend barocke Inneneinrichtung stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ausser dem im Jahre 1762 eingeweihten Hochaltar mit den Statuen des hl. Petrus und Paulus befinden sich hier zwei bildhauerisch gearbeitete Nebenaltäre des hl. hl. Joseph und Jesu Christi aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und die Altäre der Jungfrau Maria und Jesu Christi aus der Zeit um 1800. Das Altarbild der heiligen Dreifaltigkeit und der Auferstehung Christi sind Werke des aus Jiøetín gebürtigen Joseph Birnbaum. Die Kanzel mit Beichtstühlen, die mit dem Relief des guten Hirten geschmückt sind, vefertigte im Jahre 1829 der Obergrunder Tischler Jakob Worm. Auf der dreiarmigen Empore befinden sich fünf barocke Statuen aus dem 18. Jahrhundert. Es sind dies der hl. Laurentius, die Immaculata, der hl. Johann Nep., die hl. Katharina und die Kreuzigung mit der Schmerzensmutter Maria. Ausserdem steht hier eine spätbarocke Statue des hl. Wenzel, ein Bild des hl. Sebastian, gemalt nach Tintoretto und ein Bildnis der hl. Cäcilie aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Teilansicht der Bergbauexposition im Museum in Jiøetín. In der südöstlichen Ecke des Marktes neben der Kirche steht die monumentale Pfarre mit ihrem Witschaftshofe, die in den Jahren 1753 bis 1755 an Stelle des ursprünglich hölzernen Hauses von 1616, das 1750 ausbrannte, gebaut wurde. Das barocke eingeschössige Bauwerk mit einem Mansardendache wird als das schönste Haus in Jiøetín bezeichnet und soll zu den prunkvollsten Gebäuden dieser Art in Nordböhmen gehören. Am 11. September wurde in seinen Räumen ein Museum eröffnet, das die älteste Vergangenheit der Stadt, die Geschichte der Burg Tolštejn und vor allem der schon vor Zeiten stillgelegten Gruben auf Edelmetalle dokumentiert.

Die Unterseite des Marktplatzes mit einer Rieseneiche und der St. Laurentius-Säule. Der schön hergerichtete Park am Marktplatz wird belebt von einem Bächlein mit einem Brunnen, der aus einem kleinen Teich vor der Kirche gespeist wird. Das Häuschen der ehemaligen Autobushaltestelle enthält das im Mai 1998 eröffnete städtische Informationszentrum, in dessen Nähe sich eine Gruppe von drei grossen Granitblöcken befindet. Die Mitte des Marktes schmückt eine ausladende Eiche und eine hohe Sandsteinsäule des hl. Laurentius von 1716, die der hiesige Steinmetzmeister Wieden gemeisselt haben soll. Die Inschrift auf der Vorderseite des Sockels besagt, dass die Säule im Jahre 1802 zum Andenken an den Stadtbrand am 11. August 1799 restauriert worden ist. Die zwei letzten Zeilen der Inschrift auf der Rückseite enthalten in römischen Ziffern die Jahreszahl 1716.

St. Laurentius-Säule. Unter den Bäumen an der Südwestecke des Marktes befinden sich die Torsi zweier Gedenksteine, die nach dem Zweiten Weltkrieg vernichtet worden sind. Den einen stellten im Jahre 1912 die Mitglieder des Georgentaler Turnvereines zum Andenken an den Gründer der deutschen Turnerbewegung Friedrich Ludwig Jahn (1862 – 1912) auf, der zweite ist ein Überrest des Franz-Joseph I.-Denkmals aus dem Jahre 1908. Seit 1914 stand auf dem Markt auch das Denkmal der Opfer des Weltkrieges, das im Jahre 1945 entfernt wurde.

Jahrhunderte lang dominierte das Rathaus der Westseite des Marktes. Im Jahre 1776 wurde an Stelle des ursprünglich hölzernen Gebäudes ein spätbarockes einfaches einstöckiges Haus aufgebaut, an deren Stirnwand zwei Sandsteinschilde mit dem plastischen Stadtwappen und dem kolorierten Wappen der Herren v. Liechtenstein, der Besitzer der Herrschaft angebracht waren. Am 11. August 1799 verbrannte dieses Rathaus zusamen mit 12 anderen Häusern. Danach bauten die Bürger ein neues steinernes Gebäude, auf deren Stirnwand beide Wappen, die die Autonomie der Stadt und die Herrschaft symbolisieren sollten, wieder angebracht wurden. Im Jahre 1966 wurde dieses Rathaus zusammen mit drei benachbarten Häusern abgerissen und an seiner Stelle ein unansehnliches Einkaufszentrum aus Beton errichtet. Das Gemeindeamt befindet sich daher jetzt in einem eingeschössigen Eckhause oberhalb des Marktes.

Mauer unterhalb des Hauses No. 252 mit den steinernen Wappen und dem Mundloch eines alten Stollens. Die steinernen Wappen vom abgerissenen Rathause wurden im Jahre 1976 in die Gartenmauer des Hauses No. 252 in der Køížová ulice (Kreuzgasse), gleich neben dem Mundloch angeblich eines der ältesten Stollen, die in den Køížová hora-Berg (Kreuzberg) getrieben worden sind, eingesetzt. Dieser Stollen, der heute "U císaøe" (Zum Kaiser) genannt wird, wurde im Jahre 1891 zufällig beim Bau eines neuen Hauses entdeckt. Der Stollen wurde in südwestlicher Richtung im stark gestörten Granit vorgetrieben und ist nach etwa 30 m vollständig verbrochen.

Denkmalgeschütztes Haus No. 4 mit steinernem Türrahmen. Im Städtchen hat sich eine ganze Zahl volkstümlicher Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten, deren Aussehen sich auf die typische Lausitzer Holzbauweise, die in ihrem Aussehen und der inneren Anordnung den städtischen Anforderungen angepasst wurde, gründet. Esn überwiegen erdgeschössige oder einstöckige Umgebindehäuser, denen das Mansardendach und der schiefergedeckte Giebel einen gewissen Prunk verleiht. Das Obergeschoss war oft mit senkrecht angeordneten Brettern verschalt, deren Schmuck rauh bearbeitetes Mauerwerk imitierte. Einige Häuser haben auch klassizistisch ausgeschmückte Sandstein-Türstöcke. Die wertvollsten dieser Häuser stehen heute unter Denkmalschutz. Am Markt ist das das Reihenhaus No. 121 mit einem holzverschalten Obergeschoss und das Haus No. 4 mit einem steinernen Türstock, auf dem die Jahreszahl 1788 steht. In der Žižkova ulice-Gasse steht das eingeschössige Haus No. 144 mit einem schieferverzierten Giebel und neben ihm das kleine Blockhaus No. 145, ein Stück weiter bergauf sind zwei weitere Blockwandhäuser No. 162 und 164.

Blockwandhäuser No. 144 und 145 in der Gasse Žižkova ulice. Ein mustergültig gepflegtes Blockwandhaus.

Hauptgebäude des Klosters mit dem überirdischen Verbindungsgang zum benachbarten Objekte. Die hinter der Kirche liegende Gasse führt zum Kloster, das hier im Jahre 1874 von der "Kongregation der Schwesten der Liebe Gottes" gegründet worden ist. Seine Aufgabe war die Obsorge für Mädchen, die vom Lande zur Arbeit in die Stadt kamen, und später auch die Pflege der alten Leute und Waisen. Das Kloster war zuerst provisorisch im Hause No. 86 untergebracht, von wo es sich im Jahre 1899 in das neugebaute Klostergebäude übersiedelte. Zu Ostern 1930 wurde gegenüber des alten Gebäudes ein neues Objekt mit einer Kapelle erbaut, das mit dem alten Haus durch einen überirdischen Gang in der Höhe des ersten Stockwerkes verbunden ist.
In den 50. Jahren wurde im Kloster ein Internat für Ordensschwestern errichtet, in dem um 1970 über 250 Ordensschwestern aus mehr als acht verschiedenen Kongregationen lebten. Erst anfangs der 90. Jahre konnte der Grossteil dieser Schwestern in ihre ursprünglichen Klöster zurückkehren, sodass heute hier nur mehr etwa 30 Ordensschwestern leben.

Blick vom Køížová hora (Kreuzberg) ins Tal auf Jiøetín (Georgental) und Dolní Podluží (Niedergrund). Am Südwestrande des Städtches erhebt sich der steile Hang des Berges Køížová hora (Kreuzberg) mit der aus dem 18. Jahrhundert stammenden renovierten Wallfahrtskapelle.
Am Nordrande des Städtchens unterhalb des Marktplatzes liegt der Friedhof. Er wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderte an Stelle des ursprünglichen, die Kirche am Marktplatz umgebenden Friedhofes gegründet. Der älteste Grabstein mit der Jahreszahl 1635 befindet sich in der Südmauer des Friedhofes, gleich neben dem im Jahre 1748 gebauten Totenhause. Um das Jahr 1761 ist die Friedhofskapelle gebaut worden, die urprünglich eine Miniatur der Klosterkirche in Sedlec bei Kutná Hora darstellte. Im Jahre 1822 wurde sie aber umgebaut und ihre heutige Gestalt erhielt sie im Jahre 1840, in dem der ganze Friedhof parkmässig umgestaltet und mit einer Mauer umgeben wurde. Im Innenraum der Kapelle wurden nach und nach die Gedenktafeln der hiesigen Priester installiert. Das auf einem Granitsockel stehende gusseiserne Kreuz wurde am 8. Juli 1845 eingeweiht.

Das Städtchen wird auch durch einige Kleinplastiken belebt. An der Strasse nach Rybništì (Teichstatt) steht eine Sandsteinstatue der hl. Anna aus dem Jahre 1769 und an der Strasse nach Tolštejn zwischen zwei Bäumen ein schmuckes eisernes Kreuz mit einem steinernen Sockel, das aus dem Jahre 1826 stammt.

In der Gasse unterhalb des Postamtes befindet sich das Gebäude der ehemaligen Schraubenfabrik, in der im Zweiten Weltkriege eine Zweigstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg bestand. Im Jahre 1982 wurde hier eine kleine Gedenktafel angebracht, die aber später entfernt wurde.

Im Laufe der 60er bis 80er Jahre wurde am Nordabhange des Jedlová-Berges (Tannenberg) oberhalb des abgelegenen Ortsteiles Rozhled ein Skisportareal eingerichtet, wodurch Jiøetín zu einem bedeutenden Wintersportzentrum wurde. Im Jahre 1983 begann die Sportvereinigung Slovan am Ostrande des Städtchens mit dem Bau eines Sommersportzentrums, das heute eine ganze Reihe von Möglichkeiten der aktiven Erholung und Entspannung anbieten kann. Zur Verfügung stehen einige Spielplätze, eine Leichtathletikbahn, ein Schwimmbassin, eine Minigolf-Anlage, Tennisplätze, Tischtennis und eine Sauna. Im Angebot ist auch die Möglichkeit von Reitausflügen und seit 1996 ist auch ein ehemals privater zoologischer Garten, der als Ruheplatz dient, in die Anlagen einbezogen worden. Am Westrande des Städtchens am Abhange des Køížová hora-Berges befindet sich ein kleiner Golfplatz.

Die Anstrengungen der hiesigen Einwohner und Landhausinhaber um die Verschönerung des Städtchens und die Belebung seines kulturellen Lebens wurden im Jahre 1998 durch die Beleihung mit dem Prestigetitel "Dorf des Jahres" gewürdigt.

Bedeutende Landsleute und Persönlichkeiten

In Jiøetín wurden geboren die Kirchenmaler Anton Donat (*1746) und Johann Birnbaum (1793 –1872) und der Landschafts- und Porträtmaler Wenzel Salomon (1874 - 1953), der auch das Aussehen des Städtchens und seiner Umgebung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für die Nachwelt festhielt.
Zu den bedeutendsten Landsleuten gehört auch der Violinvirtuose Franz Anton Ernst (1745 - 1805), der als Konzertmeister der Hofkapelle im thüringischen Gotha wirkte, und Johann Alois Miksch (1765 - 1845), der durch seine Sopranstimme zuerst in der Katholischen Hofkirche, später in der kurfürstlichen Italienischen Oper und schliesslich als Direktor des Opernchores in Dresden berühmt wurde.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Die Anziehungskraft ses Städtchens Jiøetín wird erhöht durch seine einzzigartige Lage in der malerishen Gegend des Lausitzer Gebirges. Die weite Umgebung beherrscht der mächtige Jedlová-Berg (Tannenberg) mit seinem Aussichtsturm und der Gaststätte auf dem Gipfel, von dem der Rücken des Køížová hora-Berges (Kreuzberg) mit dem erneuerten Wallfahrtsort und den alten Silberbergwerken bis dicht an den Rand des Städtchens heranreicht. In den ausgedehnten Wäldern des Südhanges des Jedlová-Berges glänzen die malerischen Jedlovské rybníky (Tannteiche), westlich von ihnen ragt der charakteristische Felsgipfel des Malý Stožec-Berges (Kleiner Schöber) aus den Wäldern, an dessen Südfusse sich eine kleine Höhle befindet. Im Tale unterhalb des Nordostabhanges des Jedlová-Berges sieht man die Sommerfrischen Lesné, Jedlová und Rozhled, über denen sich der weithin sichtbare Burgfelsen mit der Ruine Tolštejn (Tollenstein) erhebt. Unterhalb der Burg liegt der von Sagen umsponnene Míšeòský dùl (Meisen- oder Meissnergrund), hinter dem am Horizont der Rücken der Jelení kameny (Hirschensteine) mit ihrem Aussichtsfelsen und das breite Massiv des bis zur tschechisch-deutschen Staatsgrenze reichenden Pìnkavèí vrch (Finkenkoppe) aufsteigt. Zwischen den westlichen Ausläufern des Pìnkavèí vrch, den markanten Rücken des Rohál (Hörndel) und Èertova pláò (Teufelsplan), liegt das tiefeingeschnittene Tal údolí Milíøky (Kohlhautal) mit einem Bergbau-Lehrpfad. Im Tale des Lužnièka-Baches (Lause- oder Lauschebach) nördlich von Jiøetín breitet sich ein zusammenhängendes, aus den Ortschaften Horní und Dolní Podluží (Ober- und Niedergrund) gebildetes Siedlungsgebiet aus. Bei Horní Podluží liegen zwei als Nistplätze für Wasservögel geschützte Teiche. Im Westen ist das der Velký rybník (Bernsdorfer Teich) und im Norden der Svìtlík-Teich (Lichtenberger Teich), an dessen Ufer auch das Torso einer Windmühle steht.

Übersichtskarte der Umgebung von Jiøetín.

Weitere Informationen

Krásná Lípa Prameny Køinice Studánka Svìtliny Valèík Varnsdorf Varnsdorfský rybník Dolní Podluží Svìtliny Kateøina Horní Podluží Žofín Ladeèka Svìtlík Svìtlík Velký rybník Chøibská Nová Ves Školní rybník Školní rybník Rybništì Na Sedle Nová Chøibská Plešivec Plešivec Malý Semerink Žulovec Žulovec Nový Svìt Šibenièní vrch Šibenièní vrch støíbrné doly Jiøetín pod Jedlovou Køížová hora Jedlová Jedlová Jedlová Rozhled Tolštejn Tolštejn Lesné Údolí Milíøky Rohál Rohál Weberberg Weberberg Kozí høbet Kozí høbet Jezevèí kámen Jezevèí kámen Trojhran Trojhran Pìnkavèí vrch Pìnkavèí vrch Pìtikostelní kámen Sirný pramen U Jana Malý Stoh Bouøný Bouøný Kaufmannùv buk Støíbrné doly Hranièní rybník Valdštejnská skála Bukové skály Nová Hu Stožec Stožec Konopáè Konopáè Míšeòský dùl Jedlovské rybníky Srní hora Srní hora Velká Tisová Velká Tisová Sokol Sokol Javor Javor Popel Popel Høebec Høebec Malá Tisová Malá Tisová Komora Jordán Malý Stožec Malý Stožec U Køížového buku Juliova výšina Juliova výšina Chøibská pøehrada Krásné Pole Horní Chøibská

 


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