Städte und Gemeinden
Heømanice v Podještìdí - Paseka
(Hermsdorf - Geräumicht)
Heømanice (Hermsdorf) ist ein unregelmässig im flachen
Tale des Heømanický potok (Hermsdorfer Bach) verstreutes, landwirtschaftlich
und zur Erholung genutztes, etwa 4 km nordwestlich von Jablonné
v Podještìdí (Deutsch Gabel) liegendes Vorgebirgsdorf. Es ist nicht ausgeschlossen,
das es bereits vor der Gründung von Jablonné um die Mitte des 13. Jahrhunderts
bestand, zum ersten Male wird es aber erst 1391 als zur Herrschaft Jablonné
gehörig erwähnt.
Die Dorfbewohner lebten ursprünglich von Landwirtschaft und Waldarbeit, später
breitete sich hier die Heimweberei und die häusliche Garnspinnerei aus. Die
Heimarbeit erhielt sich hier bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts, und verschwand
dann allmählich im Zusammenhang mit dem Aufschwung der industriellen Produktion
in der Umgebung von Liberec (Reichenberg).
Zum Beginn des 20. Jahrhundert lebten im Dorfe mehr als eintausend Einwohner,
aber nach der Vertreibung der Deutschen nach dem 2. Weltkriege sank die Einwohnerzahl
bedeutend.
Seit dem Anfange der 60er Jahre stieg das Interesse um eine Nutzung des Dorfes
als Sommerfrische. Die seit dem Kriege verlassenen und meistens schon baufälligen
Häuser wurden zu Datschen umgebaut, wodurch es in einigen Fällen zur Rettung
der schönen volkstümlichen Umgebinde- und Blockbauhäuser kam. Die Zahl der dauernden
Einwohner sank aber stetig weiter und am 1. Januar 1981 wurde Heømanice an Jablonné
v Podještìdí angeschlossen.
Im Zentrum des Dorfes steht die pseudogotische, dem hl. Antonius
geweihte Kirche aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, von deren Inneneinrichtung
heute nur noch die Bänke und Reste der Mosaikfenster übrig geblieben sind. Nahe
der Kirche steht das sog. Polenkreuz von 1713, das über dem Grabe eines polnischen
Offiziers stehen soll. Im Orte hat sich eine Reihe volkstümlicher Häuser des
Lausitzer Typs erhalten. Eines der interessantesten ist ein gegenüber der Kirche
stehender alter Bauernhof mit Blockwerk-Erdgeschoss und Fachwerk im Obergeschoss.
Am Westende des Dorfes befindet sich ein Freibad und ein Campingplatz mit in
den Jahren 1961-1963 erbauten Bungalows.
Zu Heømanice gehört auch die etwa 1,5 km nordöstlich der
Gemeinde an der Strasse nach Maøenice (Mergtal)
liegende Einschicht Paseka (Geräumicht) am Südfusse des Zámecký
vrch (Schlossberg). Es stehen hier nur vier Häuser, von denen das interessanteste
der grosse Holzbau der Gaststätte "U rozmoklé žáby" ("Beim durchnässten Frosch")
ist. Bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts trug sie den poetischen Namen
"Waldfrieden" und früher soll es hier nicht ganz geheuer gewesen sein.
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