Pocheberg - Taubenberg

Blick vom Pocheberg zum Finkenhbel bei Großschönau und in Richtung Varnsdorf.
Foto: Björn Ehrlich.
Der Pocheberg (466 m ü. NN) und der Taubenberg (ca. 422 m ü. NN) bilden einen markanten Bergrücken am Nordrand des Zittauer Gebirges. Sie liegen im Gemeindegebiet von Bertsdorf-Hörnitz, unmittelbar nördlich des Kurortes Jonsdorf und etwa 5 km südwestlich von Zittau. Landschaftlich prägen die beiden Erhebungen zusammen mit weiteren Kuppen wie dem Steinberg (442 m) und dem Steinbusch (410 m) das Großschönauer Becken- und Kuppenland.
Der Bergrücken verläuft in Nordwest-Südost-Richtung und ist von Feldern, Gehölzgruppen und Waldstreifen durchsetzt. Vom Pocheberg aus bieten sich weite Ausblicke über das Zittauer Becken bis hin zum Zittauer Gebirge mit seinen markanten Sandsteinfelsen und weit in die Kuppenlandschaft der Oberlausitz. Ferner zeigen sich im Osten die Höhen des Isergebirges, bei guten Sichtverhältnissen im Frühjahr auch die schneebedeckten Kämme des Riesengebirges.

Blick vom Pocheberg zum Varnsdorfer Spitzberg (Špičák), zum Kottmar und Forstenberg.
Photo: Björn Ehrlich.
Das Gebiet liegt am Südrand des Lausitzer Massivs, einer Grundgebirgseinheit aus frühpaläozoischen Graniten (Rumburk-Granit, ca. 480 Mio. Jahre alt). Entlang der Lausitzer Überschiebung – einer bedeutenden tektonischen Störungszone – wurde dieses alte Kristallingestein über jüngere kreidezeitliche Sandsteine des Zittauer Gebirges geschoben. Südlich dieser Störung folgen Quarzsandsteine der Turon-Stufe (ca. 90 Mio. Jahre), die die charakteristischen Felsformationen des Zittauer Gebirges bilden. Vor etwa 35 bis 27 Millionen Jahren (Tertiär) durchdrang basaltisches und phonolithisches Magma entlang von Spalten das Grundgebirge und die Kreidesandsteine. Am Pocheberg und Taubenberg sind diese känozoischen Vulkanite als Basalt- und Phonolithkuppen erhalten.
Besonders interessant ist ein am Südwesthang des Pocheberges entdecktes, mindestens 1 m mächtiges Pyroklastika-Vorkommen (vulkanische Brekzie) mit rotbraunen Lapilli, Quarzkörnern und Granit-Einschlüssen. Dies könnte auf eine komplexe vulkanische Entstehungsgeschichte hinweisen, möglicherweise im Zusammenhang mit einer Maarstruktur.
Während der Eiszeiten (Elster-Kaltzeit) überfuhr der skandinavische Inlandeisgletscher das Gebiet und hinterließ Geschiebe. Heute sind die Hänge überwiegend von Lösslehm- und Hangschuttdecken bedeckt, die während der letzten Kaltzeit (Weichsel) umgelagert wurden.
Besonders bemerkenswert ist der Nachweis von Anatas nahe der Lausitzer Überschiebung – ein Mineral, das in dieser Region sonst selten beschrieben wird. Die Mineralfunde ermöglichen Rückschlüsse auf die Liefergesteine und die geologische Entwicklung des Raumes.

Blick vom Pocheberg über Bertsdorf.
Photo: Björn Ehrlich.
Der Pocheberg und Taubenberg sind überwiegend grünlandgeprägt mit Wiesen und Weiden, randlich von Gehölzgruppen und kleinen Waldstreifen gesäumt. Die trockenen, basaltbeeinflussten Hanglagen bieten Lebensraum für wärmeliebende Pflanzen und Insekten. Zahlreiche temporäre Bachläufe (Pochebächlein, Steinbergbächlein, Grundbach) entwässern das Gebiet zur Mandau und Bertse.
Der Name Pocheberg leitet sich vermutlich von „Pochstatt" ab – einer historischen Einrichtung zum Zerkleinern von Erz oder Holz für die Brettmühlenproduktion. Tatsächlich existierte südwestlich des Dorfes am Pochebach seit dem 16. Jahrhundert eine Bertsdorfer Brettmühle.
Der Name Taubenberg wurde bereits 1586 erwähnt und früher auch die „Taubenstallberge“ (oder auch „Taubenstell'ge") genannt Er erinnert an das Taubenstellen. Tauben- und Rebhühnerfang gehörten damals zu den Privilegien der Grundherren, die diese Jagd auch auf den bäuerlichen Fluren ausübten. Eine der Anhöhen war noch teilweise bewaldet und wurde im Volksmund auch „Hahm-Jörgs-Liebs Berg“ (Cat. Nr. 150) genannt. Sie wurde zuweilen als geeigneter Ort zu Kinderfesten benutzt, z. B. 1861.