Seidelsberg

Der Seidelsberg (Höhe 433 m NN) erhebt sich etwa 1,5 km westlich von Bertsdorf über dem Tal der Bertse. Westlich schließt sich die Hochfläche der Katzenhöhe an, über deren südlichen Fuß die Staatsstraße S138 von Bertsdorf nach Großschönau verläuft. Im Nordwesten erhebt sich der Breiteberg, südwestlich der Steinberg, früher Katzenkopf genannt.

Auf dem historischen Meilenblatt von 1805 (Blatt 362: Olbersdorf, Zittau, Bertsdorf, Mittelherwigsdorf) ist die Kuppe noch nach einem früheren Besitzer als als „Roschers Berg" verzeichnet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts setzte sich der Name „Seidelsberg" durch. Der Name leitet sich von den Besitzern des den Berg überziehenden Bauerngutes ab – vermutlich der Familie Seidel, die hier einen nicht regelmäßig benutzten Steinbruch betrieben. Das hier gebrochene Gestein spaltet eben so leicht, als eben und regelmäßig. Man hat hier Tafeln gebrochen, welche bei einer Stärke von nicht mehr als 6 bis 8 Zoll, zu 4 bis 5 Ellen in die Länge und 3 Ellen und darüber in die Breite halten, eine sehr schöne ebene Fläche haben und daher zu Steigen über breite Graben sehr vorteilhaft verwendet werden konnten.

Der Seidelsberg ist ein typisches Beispiel für die vulkanische Kuppenlandschaft der Östlichen Oberlausitz, die geologisch zum Lausitzer Vulkanfeld gehört. Die Region ist bekannt für ihre sanften Hügel, Mischwälder und weiten Ausblicke.
Der Seidelsberg gehört zusammen mit dem Breiteberg und dem Steinberg zu einer charakteristischen Dreiergruppe von Phonolithkuppen. Im oberen Bereich der bewaldeten Kuppe befinden sich markante Felsbildungen und Blockbestreuungen. Die Nord-Nordostseite ist mit Fichten-Nadelwald bestanden. Die Süd-Südwestseite trägt einen Laubwald, der historisch als Bauernwald bewirtschaftet wurde. Dieser Laubwald mit Strauchschicht aus Hasel (Corylus avellana), Weißdorn (Crataegus) und Eberesche (Sorbus aucuparia) wird als FFH-Lebensraumtyp „Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald" eingestuft.
Auf dem Seidelsberg wurden seltene Fledermausarten nachgewiesen, darunter das Große Mausohr (Myotis myotis) und die Fransenfledermaus (Myotis nattereri).

Der Gipfelbereich besteht aus Felsklippen, bietet jedoch aufgrund des dichten Hochwaldes keinen freien Rundblick. Von den unteren Hängen eröffnet sich hingegen nach Osten und Südosten ein schöner Ausblick über das Zittauer Becken bis zum polnischen und tschechischen Isergebirge und zum Jeschkengebirge in Tschechien.

Text: Björn Ehrlich, Mai 2026.