Lausitzer Gebirge
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Krásný Buk
(Schönbuch)

Gesamtansicht des Burgberges mit dem tiefen Graben. Die Burg Krásný Buk (Schönbuch) stand etwa 0,5 km westlich von der gleichnamigen Gemeinde, die heute als Ortsteil zu Krásná Lípa (Schönlinde) gehört. Seine spärlichen Überreste haben sich auf einer unansehnlichen bewaldeten Anhöhe erhalten, die von der Gemeinde Snìžná (Schnauhübel) nach Süden über den Nordrand des Tales des Køinice-Baches (Kirnitzsch) hervorspringt und früher als Zámecký vrch (Schlossberg) bezeichnet wurde.

Über die Gründung der Burg haben sich keine Nachrichten erhalten, sie entstand aber wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Ihr Gründer konnte eines der Mitglieder der Familie Markvartici (Marquard) sein, die nach 1263 wahrscheinlich diese Gegend beherrschten. Später kam das Gebiet um Zittau und die anliegenden Teile Nordböhmens an Jindøich (Heinrich) z Lipé, der zu einem der einflussreichsten Adeligen Böhmens aufstieg und sich im 14. Jahrhundert hier einen fast selbstständigen Staat schuf. Die älteste Nachricht über die Burg stammt allerdings erst aus dem Jahre 1319, als Jindøich seine nordböhmischen Güter mit dem böhmischen König Johann v. Luxenburg gegen Güter in Mähren umtauschte, wohin er zu seiner Geliebten, der Königin-Witwe Elisabeth (genannt Eliška Rejèka) zog.
Krásný Buk kam dann bald an die Wartenberger, die mehrmals Raubzüge nach der Lausitz organisierten. Die Lausitzer Sechsstädte eroberten deshalb bereits im Jahre 1337 die Burg Tolštejn (Tollenstein) und als die Raubzüge trotzdem nicht aufhörten, zogen sie zur Vergeltung auch vor die Burg Krásný Buk, die sie am 15. Oktober 1339 erstürmten und vernichteten. Da später die neuen Besitzer den Sitz der Herrschaft auf die neu hergestellte Burg Tolštejn (Tollenstein) verlegten, blieb Krásný Buk Ruine und wurde niemals mehr erneuert.

Reste der steinernen Grundmauern des Burgturmes. Die Burg stand auf einer kleinen Granit-Anhöhe, die vom Norden von angeblich vier Burgwällen mit Gräben geschützt war. Der Großteil dieser Wälle wurde später beim Pflügen vernichtet, nur am nördlichen Waldrande hat sich bis heute noch ein kurzer Rest des vorletzten Grabens erhalten. Hinter ihm stand die Vorburg, die bis zum letzten, dem einzigen der Wälle, der ringförmig die ganze Burgstatt umgeben hatte, reichte. Dieser breite und tiefe Burggraben wurde so in den Hang des Burgberges gegraben, daß an seiner Außenseite noch ein gewaltiger Wall stehen blieb. Von der eigentlichen Burg ist heute allerdings nicht mehr viel übrig geblieben. Auf dem Gipfel haben sich nur Reste des zylindrischen Bergfrieds erhalten, an den sich wahrschenlich ein aus Holz gebauter Burgpalast angeschlossen hatte.

Bei Grabungen im Jahre 1850 wurden auf der Burg ausser keramischen Scherben angeblich auch Hufeisen, Pfeilspitzen und ein hussitischer Streitkolben gefunden. Auf einem Felde unweit der Burg wurde auch eine stark verwitterte und in zwei Teile zerbrochene römische Münze aus der Zeit Kaiser Hadrians (117-138 nach Chr.) gefunden.

Der ausgeräumte Keller des Hauptturmes.

 


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