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Česká skála - Vlčí vrch - Kozlí
(Tscheschkenstein - Wolfsberg - Kitzberg)

Einer der Aussichtspunkte des Česká skála-Berges.
Einer der Aussichtspunkte des Česká skála-Berges.

Etwa 2 km südwestlich von Kamenický Šenov (Steinschönau) und 3 km östlich von Skalice (Langenau) erhebt sich aus dem Tale des Sporkabaches ein langgestreckter bewaldeter Kamm, der früher nach dem an seinem Ostfusse liegenden Dorfe Slunečná (Sonneberg) genannt wurde. Dieser Kamm zieht sich in einer Länge von etwa 4 km von Prácheň (Parchen) nach Volfartice (Wolfersdorf), und fällt, während er sich im Norden nur sehr allmählich in der Richtung auf Kamenický Šenov (Steinschönau) zu abflacht, auf seiner Süd- und Ostseite steil ab in das Tal der Bäche Sporka (Sporkabach, Rohnbach) und Libchava.
Er stellt den östlichsten Ausläufer des Böhmischen Mittelgebirges (České středohoří) dar und besteht aus drei ausgedehnten, übereinander liegenden Basaltdecken. Über seiner Gipfelfläche erheben sich vier Hauptgipfel, von denen der höchste der Vlčí vrch (Wolfsberg, 641 m) und der touristisch interessanteste der Felsen Česká skála (Tscheschkenstein, 629 m) ist. Früher zogen auch die weiter südlich liegenden Gipfel Kozlí (Kitzberg, 595 m) und Poustevna (Einsiedlerberg, 520 m) die Aufmerksamkeit der Wanderer auf sich.

Das nordöstliche Ende des ganzen Kammes bildet der Felsen Česká skála (Tscheschkenstein, 629 m), dessen felsstarrender Gipfel sich etwa 1 km südöstlich von Prácheň (Parchen) befindet. Von der Westseite fällt er nur wenig auf, nach Nordosten stürzt er aber mit schroffen, aus säulenförmig abgesondertem Basaltgestein gebildeten Steilhängen ab, deren tieferliegende Schuttmassen teilweise von dünnen Waldbeständen bestanden sind. Vom felsigen Rande seines Gipfels hat man eine allerdings nur beschränkte Aussicht auf Prácheň (Parchen) und die umliegende Landschaft vom Růžovský vrch (Rosenberg) über den Studenec (Kaltenberg) im Westen, Nový Bor (Haida) mit dem Klíč (Kleis) und Hvozd (Hochwald) bis zu seinem östlichen Abschluss durch den Ještědský hřeben (Jeschkenkamm); allmählich überwächst der Wald aber auch diese Aussicht.
In den 80er Jahren wurden in das Massiv der Česká skála zwei kurze Erkundungsstollen zur Bestimmung der abbauwürdigen Vorräte von Basaltgestein vorgetrieben. Einer von ihnen befindet sich am nordöstlichen Fusse des Felsens unmittelbar unter dem Gipfel und ein zweiter etwa 80 m südlich des Gipfels. In beiden Fällen handelt es sich um einige Zehn Meter lange, gerade Stollen ohne Verzweigungen, die heute als Unterschlupf und zur Überwinterung von Fledermäusen dienen und mit eisernen Gittern verschlossen sind.

Stollenmundloch unter dem Gipfel des Česká skála-Berges.
Stollenmundloch unter dem Gipfel des Česká skála-Berges.

Etwa 1,3 km westlich des Česká skála und 1,5 km südlich von Kamenický Šenov liegt der höchste Punkt des Kammes, der Vlčí vrch (Wolfsberg, 641 m), der manchmal auch Kameník (Steinberg) bezeichnet wird. Sein ausgedehnter, flacher, von Schutt bedeckter Gipfel wird auf der Südseite von aus unregelmässig entwickelten vier- bis sechsseitigen senkrechten Säulen bestehenden Basaltfelsen begrenzt. 1809 war auf seinem Gipfel angeblich ein Signalmast (genannt "Larumstange"), heute gibt es aber von seinem bewaldeten Gipfel keine Aussicht mehr. An der Westseite des Berges an der Strasse von Kamenický Šenov (Steinschönau) nach Slunečná (Sonneberg) sind die Überreste des 1949 vollständig abgebrannten Ausflugsrestaurants Oberwald.
An der anderen Seite der Strasse, etwa 1,5 km westlich des Vlčí vrch (Wolfsberg) liegt der ziemlich flache Felsenhügel Čachnov (Tschachen-Berg, 603 m), der steil nach Nový Oldřichov (Ullrichstal) abfällt. Sein Gipfel besteht aus senkrecht stehenden Basaltsäulen, die auf den Abhängen von Steinschutt bedeckt sind. Um 1885 war dieser Hügel kahl und es gab von dort schöne Aussichten in die weite Umgebung, heute ermöglichen die bewachsenen Felsränder nur beschränkte Aussichten auf Nový Oldřichov (Ullrichstal) und die weiter entfernten Berge des Böhmischen Mittelgebirges mit dem Buková hora (Zinkenstein) am Horizont.

Mit Steinschutt bedeckter Gipfel des Berges.
Mit Steinschutt bedeckter Gipfel des Berges.

Im südlichen Teil des Kammes oberhalb von Slunečná (Sonneberg) ragt der vom Vlčí vrch (Wolfsberg) durch einen breiten und flachen Sattel getrennte Gipfel des Kozlí (Kitzberg) bis auf 594 m herauf. Seine verhältnismässig steile Felsenkuppe hat zwei aus niedrigen, von grossen Schuttmassen bedeckten Felsen bestehende Gipfel. Auch hier befand sich eine Aussicht, die 1910 durch einen markierten Weg zugänglich gemacht wurde. Heute ist der Berg aber von Wald, der alle Aussicht verhindert, bewachsen.
Am Südhange des Berges besteht ein alter Steinbruch, der in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in Betrieb war. In den 80er Jahren wurde in der Bruchwand ein Erkundungsstollen zur Bestimmung des Vorrates von abbauwürdigem Basaltgestein vorgetrieben. Dieser gerade Stollen ohne Abzweigungen ist über 40 m lang und ist heute als Unterstand und Überwinterungsort von Fledermäusen mit einem Eisengitter verschlossen. Am Ende des Winters bildet sich hinter seinem Mundloch aus durchsickerndem Wasser eine interessante Eiszapfendekoration.
Am Westhang des Berges steht an der Strasse zwischen Bäumen ein unauffälliges hölzernes Kreuz, das an den Feuerwehrmann Dušan Lipovský erinnert, den hier am 18. Januar 2007 bei der Entfernung von über die Strasse gestürzten Bäumen von einem fallenden Baum getötet worden ist.
Am Südende dieses Kammes liegt der Berg Poustevna (Einsiedlerberg, 520 m), der mit seinem Nachbar, dem Ptačí vrch (Vogelberg, 511 m) einen Doppelgipfel bildet. Auf seinen flachen nördlichen und westlichen Hängen erheben sich einige, aus schief stehenden Basaltsäulen bestehende Felsen. Vom Gipfel gibt es keine Aussicht.

Blick in der Erkundungsstollen. Im Vordergrund befinden sich Eisgebilde, die aus abtropfendem Wasser entstanden sind.
Blick in der Erkundungsstollen. Im Vordergrund befinden sich Eisgebilde, die aus abtropfendem Wasser entstanden sind.
Kreuz zur Erinnerung an den Feuerwehrmanne Dušan Lipovský.
Kreuz zur Erinnerung an den Feuerwehrmanne Dušan Lipovský.

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