Lausitzer Gebirge
Cesky Deutsch English Francais

Interessantes

Svojkovský hrádek
(Burg Schwoika)

Gesammtansicht des Burgfelsens. Die Überreste der Burg Svojkov (Schwoika) stehen am Westrande des Dorfes Svojkov (Schwoika) auf einer kleinen bewaldeten Anhöhe (399 m) im ehemaligen Schlosspark. Über ihre Gründung haben wir keine Nachrichten, bekannt ist aber, dass sie bis 1750 Sitz der kleinen Herrschaft Svojkov war, deren erster Inhaber im Jahre 1370 Jeschek und ein Jahr später Vnouèek war. Seit 1381 war die Burg im Besitz des Henzlín von Svojkov, der drei Söhne hatte. Einer von ihnen war Johann von Chlum, genannt Kepka, der sich 1402 seinen Anteil auszahlen liess und das Leben eines bezahlten Söldners wählte. Im Jahre 1415 begleitete er Meister Johann Hus zum Konzil nach Konstanz und sass nach seiner Rückkehr eine Zeit auf der nahen Burg Pihel. Die Burg Svojkov, zu der ausser Svojkov noch die Gemeinden Veselí (Wesseln) und Heømanice (Hermsdorf) gehörten, blieb im Besitz des Vaters und der beiden anderen Brüder Peter und Wilhelm von Chlum. Diese Familie wird auf Svojkov bis 1457, als der letzte Besitzer Vanìk von Chlum auftritt, genannt. Im Jahre 1444 hatte hier gewisse Besitzansprüche der damalige Besitzer von Sloup (Bürgstein), Nikolaus Panzer von Smoyn, gegen den die Strafzüge der Lausitzer Sechsstädte gerichtet waren. Im folgenden Jahre soll dabei das Dorf Svojkov verbrannt worden sein und gleichzeitig wurde wahrscheinlich auch die Burg erobert und verwüstet.
Später wechselte Svojkov oft seine Besitzer. 1524 sass hier Friedrich Elsnitz, dessen Nachkommen 1548 die Burg dem nicht besonders reichen Lausitzer Adeligen Heinrich Rodewitz von Friedersdorf verkauften. Um 1578 erbte diesen Besitz Friedrich Rodewitz, der 1590 die baufällige Burg abreissen und ihre hölzernen Bestandteile verbrennen liess. Ein Jahr später verkaufte er die Herrschaft der Barbara von Wartenberg, verheirateten Lobkowitz.
Nach der Zerstörung der Burg soll man angeblich im Dorfe eine neue Veste erbaut haben, die später zu einem Gasthaus umgebaut wurde. Unter den späteren Besitzern der Herrschaft wird 1632 auch Zdenìk Lev Liebstein-Kolowrat angeführt, nach dessen Tode die verschuldete Herrschaft am 16. September 1647 an Adam Franz von Knobloch verkauft wurde. Der baute ungefähr zwischen 1647 und 1670 unterhalb der Burganhöhe ein barockes Schloss und die Reste der Burg begann man damals mit dem Namen Starý Svojkov (Alt-Schwoika) zu bezeichnen. Am 10. Oktober 1750 kaufte die Herrschaft Svojkov Graf Josef Maximilian Kinsky, der sie endgültig an die Herrschaft Sloup anschloss. Die romantisch hergerichtete Ruine wurde später in den Schlosspark einbezogen und in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden hölzerne Treppen und Balkone, über die man in die Felsenräume und auf den Gipfel des Felsens mit einer beschränkten Aussicht nach Süden aufsteigen konnte, an den Felsen angebaut. Nach 1945 wurden die hölzernen Anbauten vernichtet und im Schloss wurde ein Altersheim eingerichtet. Bei der Rekonstruktion im Jahre 1958 brannte das Schloss aber vollständig nieder und wurde abgerissen. Seitdem wurde auch der Park nicht mehr gepflegt und die Ruine war von der Südseite frei zugänglich. Erst 2008 erwarb die Gemeinde Svojkov (Schwoika) das Areal des Schlossparkes und begann seine allmählichen Wiederherstellung.

Innenwand des Burgfelsens. Die Burg Svojkov war wahrscheinlich zum grössten Teile aus Holz und bis zum heutigen Tage hat sich nicht viel von ihr erhalten. Man kennt nicht einmal ihre frühere Grösse, da alle Befestigungselemente, Wälle und Gräben, bei den späteren Arbeiten am Park verschwunden sind. Aus einer kleinen Ebene ragen heute zwei Sandsteinfelsen in die Höhe, die durch eine mit einem schmalen schlitzartigen Fenster durchbrochene, etwa 8 m hohe Steinmauer verbunden sind. Zwischen den beiden Felsen war wahrscheinlich ein ungefähr rechteckiger Burgkern, der an der Süd- und Südwestseite durch eine zweite, heute schon abgerissene Mauer begrenzt war. Aus den erhaltenen Resten ist nicht ersichtlich, ob hier auch ein kleiner Burghof bestand oder ob es sich hier um ein einziges Gebäude handelte. Zum Eingang in die Burg diente anscheinend eine kleine Pforte dicht an dem kleineren Felsen, in dem sich eine kleine Wachstube mit drei kleinen Fenstern befindet. Im etwa 17 m hohen Hauptfelsen sind in drei Stockwerken Räume eingemeisselt, die ursprünglich nur vom Burgkern an der südwestlichen Wand des Felsens zugänglich waren. Die Portale an der nordöstlichen Seite wurden wahrscheinlich erst im Laufe des romantischen Umbaues der Ruine im 19. Jahrhundert geöffnet. Am Fusse des Felsens befindet sich ein Keller und eine weitere Räumlichkeit ist direkt über ihm im ersten Stockwerk. Dieser ursprünglich gewölbte Raum bildete einen Nische des grösseren Burgsaales, von dem er aber noch vor der Auflassung der Burg durch eine Mauer mit einem heute noch erhaltenen Sandsteinportal abgetrennt wurde. Bei den romantischen Umbauten wurde dieser Raum durch eine teilweise in den Felsen gemeisselte Treppe zugänglich gemacht und zu einem achteckigen Zimmer mit einer Kuppel umgebaut. In seinen Fussboden wurde eine kreisförmige Eiskammer abgeteuft und in der Hinterwand wurde ein neues Portal geöffnet, durch das man auf einen hölzernen, an die nordöstliche Wand des Felsens angebauten Gang treten konnte. Von hier führte eine in den Felsen gehauene Treppe in den zweiten Stock der Burg, über dem sich noch ein kleiner Gipfelblock mit einem eingemeisselten Raume und einer kleinen Aussichtsplattform befindet. Mit Hilfe einer Leiter konnte man früher auch auf den eigentliche Gipfel des Felsens hinaufsteigen, auf dem seit 1762 ein Holzkreuz mit der Abbildung der Jungfrau Maria und Magdalena gestanden haben sollte. Heute ist dieser Gipfel nicht zugänglich und die Aussicht ist von den hochgewachsenen Bäumem der Umgebung beeinträchtigt.

Eingang in die Wachstube im kleineren der beiden Burgfelsen. Inneres des Raumes im 1. Stock mit der Eisgrube im Fussboden.

Weitere Informationen

 


Die Seiten über das Lausitzer Gebirge befinden sich auf: http://www.luzicke-hory.cz/lausgeb.html
Copyright (c) Jiøí Kühn, 1997-2016.     Übersetzung: Petr Kühn