Tlustce - Tlustecká
(Tölzeldorf - Tolzbach)

Die Dörfer Tlustce und Tlustecká liegen oberhalb des Tales des Baches Panenský potok am nordwestlichen Fuße des Berges Tlustec (Tolzberg), etwa 1,5 km nordöstlich von Brniště (Brims) und 1 km südlich von Velký Valtinov (Groß Walten), dessen Teile sie heute sind.

Die weiter nördlich gelegene Siedlung Tlustce (Tölzeldorf) entstand anscheinend schon im Laufe des 13. Jahrhunderts. Ein herrschaftlicher Wohnsitz ist hier erstmals 1371 mit Mikuláš von Tlustec belegt. Die nächsten bekannten Besitzer sind im Jahre 1524 die Blekta von Útěchovice, unter denen die Festung um 1580 ausgebaut und erweitert wurde. Unter Jiří Jetřich Blekta wurde im Jahre 1595 der Landbesitz Tlustce mit dem benachbarten Valtinov (Walten) vereint. Im Jahre 1603 wurde Tlustce aber wiederum abgespalten, als Mitgift für Hedvika Blekta an ihren Mann Kryštof Nybšic von Holtendorf. 1609 kaufte es Kryštof von Dohna und gliederte es abermals an Valtinov (Walten) an. Die Festung verlor damit ihre Wohnfunktion und im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde sie zu einem Speicher im Stil des Barocks umgebaut. Das Gebäude war Teil des Meierhofes, der etwa 250 m südlich des Schlosses in Velký Valtinov (Groß Walten) nahe der Straße nach Brniště (Brims) stand. Im Jahre 1843 diente der Gutshof als Schafstall, wurde aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Großteil abgerissen und es verblieben nur ein Wohnhaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und das zweistöckige Gebäude der ehemaligen Festung. Dieses wurde aber nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr genutzt und verfiel immer mehr, bis 1994 das Dach einstürzte. Heute ist von den denkmalgeschützten Gebäuden nur noch eine Ruine übrig, in dessen Gemäuern, die einst mit Renaissance-Sgraffiti verziert waren, sich die steinernen Gewände der Fenster und das Eingangsportal aus dem 16. Jahrhundert erhalten haben.

Etwa 1 km südwestlich von Tlustce liegt am linken Ufer des Panenský potok das Dorf Tlustecká (Tolzbach), das anscheinend nach 1550 auf Flurstücken von Brniště (Brims), welche damals Kateřina Blekta von Útěchovice erwarb, gegründet wurde. Innerhalb von 20 Jahren wurde das Dorf erbaut und auf der seichten Anhöhe im Nordwesten wurde ein Meierhof und eine Festung errichtet, die zum Zentrum des neu geschaffenen Ritterguts von Kateřina und ihrem Mann Jiří Mengesreiter wurde. Schriftlich wurde das Dorf mit dem Gutshof und der Festung erstmals 1570 erwähnt. Schon drei Jahre später verkauften sie den Besitz an Jiří Berbisdorf von Berbisdorf, welcher ihn wiederum wegen Schulden 1587 an Dětřich von Švenda verkaufen musste. Auch sein Erbe musste sechs Jahre später das verschuldete Besitztum an die Blekta von Útěchovice verpfänden und da er die Schuld nicht tilgen konnte, wurde Fridrich Blekta der Eigentümer. Im Jahre 1613 kaufte Kryštof von Dohna Tlustecká und gliederte es an die Herrschaft Neu Falkenburk an. Die Festung diente von da an nur noch als Wohngebäude des Meierhofes, von dem heute nur noch ein längliches Gebäude auf dem Areal des Agrarbetriebes am Bahnübergang der Straße aus Brniště (Brims) erhalten ist. Im nordöstlichen Teil des Gebäudes haben sich einige Gewölberäume der ehemaligen Festung erhalten.