Lausitzer Gebirge
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Geschichte des Lausitzer Gebirges

Denkmal bei Horní Světlá (Ober Lichtenwald)

CsOL, Einheit Ml. Boleslav
Tschechoslowakischer Legionärsbund
Einheit Mladá Boleslav - Jana Palacha-Straße 1097

Denkmal zur Erinnerung an die Grenzverteidiger
der Tschechoslowakischen Republik im Jahr 1938
der Finanzwache, Gendarmerie, Polizei und Armee
in Horní Světlá gewidmet
CsOL, Einheit Ml. BoleslavTschechoslowakischer Legionärsbund, Einheit Mladá Boleslav
(benes.csol@volny.cz)
KVH ROTA NAZDAR Bakov n. Jiz.Klub für militärische Geschichte "ROTA NAZDAR", Bakov nad Jizerou
(mbbb@seznam.cz)
KVH Česká LípaKlub für militärische Geschichte Česká Lípa
(z.rydygr@pvozakupy.cz)
 
Sponsoren und Förderer des Projektes Denkmalaufbau

 

Grundinformationen

      Československá obec legionářská Jednota Mladá Boleslav (Tschechoslowakischer Legionärsbund, Einheit Mladá Boleslav) zusammen mit KVH Rota Nazdar und KVH Česká Lípa haben ein Denkmal aufgebaut, das an den gefährlichen, erschöpfenden aber hauptsächlich mutigen Kampf unserer Bürger an der tschechisch-deutschen Grenze im Jahr 1938 erinnern würde.
      Tragische Schicksale unserer Grenzwachen wurden am 1. Oktober beendet, als die Tschechoslowakische Republik gezwungen wurde (aufgrund des so genannten Münchner Abkommens), einen bedeutenden Teil des Grenzgebietes abzutreten, ohne Rücksicht auf bisherige und zukünftige Schicksale.
      Der Platz für den Aufbau des Denkmals wurde in der Gemeinde Horní Světlá (Oberlichtenwald) ausgesucht, wo die Kämpfe tschechoslowakischer Organe mit sudetendeutschen Rebellen verliefen, wie z. B. am 22. September 1938 am hiesigen Zollamt genannt "Wache".
      "Am nachmittag den 22. September 1938 wurde das hiesige Zollamt durch die Angehörigen des sogenannten Sudetendeutschen Freikorps gewaltsam besetzt. Zum Zollamt rückte eine Gruppe von bis an die Zähne bewaffneten Rebellen. Die Wache für Staatsverteidigung und die Angehörigen des Finanzamtes wurden dazu gezwungen, im Interesse der Lebensrettung zu fliehen.
Noch am selben Tag bereiteten sich jedoch die Wachen für Staatsverteidigung (SOS) der 4.Rotte des Bataillons von Liberec SOS auf den Gegenschlag vor und in der Nacht vom 22. auf den 23. September bewegten sie sich zum Zollamt vor. Das Zollamt war noch von Rebellen besetzt und so kam es zum Kampf. Dabei kamen leichte Maschinengewehre zu Wort. Nach genau gezielten Schüssen und einigen ins Zollamt eingeworfenen Granaten wandte sich plötzlich die Situation.
Nach etwa 1-Stundenlangem Kampf war das Zollamt wieder in tschechoslowakischen Händen und das Republikrecht wurde erneuert. Leider nur für ein paar Tage. Bei der Schießerei kam ein hiesiger Nazist ums Leben und den Berichten der Informanten nach gab es auf der Terroristenseite auch weitere Verletzten.
Auf der Seite der SOS-Angehörigen wurden die FS-Aufseher Josef Kozman und Bohumil Kobra leicht verletzt, dennoch lehnten sie eine ärztliche Behandlung ab. Diese zwei Finanzbeamten wurden im Jahr 1940 von den deutschen Organen für diese Kampfaktion verurteilt."

      In der von uns beschriebenen Episode verlief die Situation für die Staatsverteidiger noch gut, aber Überfälle und Terror von der Seite der sudetendeutschen Aufständischen, die sich der Unterstützung der überwältigenden Mehrheit der tschechischen Deutschen erfreuten, kostete die tschechoslowakische Seite im ganzen Land mehr als 450 Tote, die meistens arglistig ermordert wurden, und ein bedeutender Teil der tschechischen Staatsbürger wurde nach Deutschland verschleppt. Das alles war der Anfang des 2. Weltkrieges. Während des Krieges führte das deutsche Volk solche Greuel durch, die viel grausamer waren, als die im tschechoslowakischen Grenzgebiet im Jahr 1938, und die Zahl der Opfer, die das Ergebnis deutscher Barbarei war, belief sich auf Millionen. So können uns die Ereignisse vom Jahr 1938 vielleicht unbedeutend erscheinen, aber jeder, der Widerstand gegen Böswilligkeit leistet und für Demokratie und Freiheit seiner Heimat kämpft, verdient die Erinnerung deren, für die er gekämpft hat.
      Zu dieser Botschaft sollten nicht nur wir uns, als die Angehörigen des Tschechoslowakischen Legionärsbundes melden, sondern unsere ganze Gesellschaft. Deshalb haben wir bei der Gelegenheit des 65. jährigen Jubiläums der Ereignisse des Jahres 1938 festlich eine dauerhafte Erinnerung an diejenigen enthüllen können, die an der Grenze der damaligen Republik gestanden sind. Weil "Das Volk, das seine eigene Geschichte vergisst, dazu verurteilt ist, die Geschichte noch einmal zu erleben."

* SOS - Staatsverteidigungswache - bewaffnete Bestandteile der Finanzwache, Gendarmerie, Polizei und der militärischen Verstärkungen, die in der Zeit der Staatsbedrohung unter der einheitlichen militärischen Führung verbunden wurden, und deren Aufgabe war es, die Grenzunberührbarkeit zu sichern und Ruhe und Ordnung in den Grenzgebieten zu erhalten.

Einheit CsOL Mladá Boleslav    

Denkmal bei Horní Světlá (Ober Lichtenwald).
 

Literatur

Falls Sie ein Interesse haben, sich mit der Finanzwache, Polizei, Gendarmerie sowie der Wache der Staatsverteidigung in der Zeit der "ersten" Tschechoslowakischen Republik näher vertraut zu machen, so empfehlen wir Ihnen folgende Literatur:

  • Beneš Jaroslav: Finanční stráž československá 1918-1938, Fortprint, Dvůr Králové nad Labem, 2005.
  • Beneš Jaroslav, Marek Jindřich: Šluknovská zrada, komentované dokumenty a vzpomínky příslušníků jednotek Stráže obrany státu na Šluknovsku v roce 1938, Fortprint, Dvůr Králové nad Labem, 2006.
  • Beneš Jaroslav: Stráž obrany státu 1936 - 1939, Fortprint, Dvůr Králové nad Labem, 2007.
  • Fara František: Četnické vzpomínky, Radan Lásek - Codyprint, Praha, 2002.
  • Holub Ota: Rovnice řešená zradou, Praha, Nase vojsko, 1983
  • Holub Ota: Stůj! Finanční stráž, Naše vojsko, Praha, 1987
  • Marek Jindřich: Smrt v celním pásmu, Svět křídel, Cheb, 2000
  • Marek Jindřich: Hraničářská kalvárie, Svět křídel, Cheb 2004.
  • Lášek Radan: Jednotka určení SOS, díl první, Codyprint, Praha, 2006.
  • Lášek Radan: Jednotka určení SOS, díl druhý, Codyprint, Praha, 2007
  • Lášek Radan: Jednotka určení SOS, díl třetí, Codyprint, Praha, 2008
  • Macek Pavel, Uhlíř Lubomír: Dějiny policie a četnictva II., Československá republika (1918-1939), Vydavatelství Police history, Praha, 1999
  • Nevyhoštěný Josef: Financem na Podkarpatské Rusi, Radan Lásek - Codyprint, Praha, 2002.
  • Speychal Robert a kol.: Stráž obrany státu, MV&H, Praha, 2002.

Bemerkung: Alle hier genannten Bücher gibt es nur in tschechischer Sprache!

Weitere Informationen auf der Adresse: mbbb@seznam.cz.
 

 


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